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Links, Literatur, Marginalien, Material


Inhalt

  1. Tendoryu zwischen Tokyo & München
    1. Befreundete Dojo
  2. Aikido &c allgemein
    1. Literatur
    2. Weitere Abwege
  3. Eigene Dokumente im PDFormat
Links zu anderen Sites zweites Fenster öffnen im gleichen neuen Fenster

zum Inhalt Tendoryu zwischen Tokyo & München

  • TWA – Tendo-World-Aikido Verband (Deutschland).
    Vielleicht von Interesse: Die zweites Fenster Fest-Schrift zum 40 jährigen Jubiläum des Tendokan als Broschüre zweites Fenster [PDF 3,8 MB]. Mit Beiträgen und Fotos aus 40 Jahren Tendoryu Aikido sowie allen Teilnehmern des 1. Tendo World Aikido Seminars im Kannon Onsen auf Izu, Japan, Oktober 2009.
  • Tendokan Tokyo – Shimizu Sensei in Japan. Kurze Budo-Biographie: 10 Jahre Judo (4. Dan), anschließend 6 Jahre (1963–69) „innerer Schüler“ von Ueshiba Sensei, des Begründers des Aikido. Nach dessen Tod gründete er eine eigene Schule in Tokyo. 1987 wurde ihm der 8. Dan vom Internationalen Budoin-Institut verliehen.
    Geschichten aus der frühen Zeit in einem ausführlichen zweites Fenster Interview von Léo Tamaki: Kenji Shimizu – Der letzte Schüler von O Sensei Ueshiba in: Dragon, Nr. 26 von März/April 2007, S. 20–28.
  • IMAF – International Martial Arts Federation; Kokusai Budoin.
  • TAD i.L. – Tendoryu-Aikido-Verband Deutschland e.V.i.L. (in Liquidation)
  • FAB – Fachverband für Aikido in Bayern, mit Sektion Tendoryu.
  • Jiyu-Ryu Aikido – Sektion vieler Ex-Tendoryu-Dojo im FAB.


zum Inhalt Befreundete Dojo

In und um München.


“French Connection” : Pascal Olivier

“Odessite Connection” : unsere odessitische Verbindung

Teile von Smerch (oder seinen Wurzeln, z.B. Systema Kadochnikov), eingebettet in und verformt durch Aikido, sind vielleicht eine mögliche und sinnvolle Ergänzung. Und dann ein Allein­stell­ungs­merkmal? Als wenn Aikido eine zusätzliche Eingangsform, eine zusätzliche Angriffsaufnahme bekäme. Wie Sabaki, Tenkan und Irimi, für anderes Maai. Einsichten zu Elastizität und (Un-) Gleichgewicht, (kleinteiliger) Bewegungs­dynamik und Körper­mechanik, Energie und Kraft (-richtung, -wirkung, -fluß), allgemeinen Prinzipien (lever, plain, wedge, screw, wave, pulse) usw. schaden ebenfalls nicht. Während die aggressiven und attackierenden Bestand­teile eher ungeeignet und unpassend sind, weil sie einen Grundtypus des Aikido änderten. Wenn man in diesem Sinne auswählt und geeignete gängige Aikido­techniken nur als etwas wie “Aiki-Smerch” ausführt, liegen die Vari­anten durch­aus im stil­über­greifenden Spektrum des sowieso varianten­reichen Aikido.

Interessant und originell fand ich den Gedanken einer Kampfkunst der letzten Kraft, oder der letzten Chance. Wer kennt nicht den Zustand fortgeschrittener Erschöpfung, besonders auf Lehrgängen, in dem die immer weiter zehrende Übung von Techniken hoher körperlicher Intensität, die eigentlich Perfektion und optimale Verfassung erforderten, verflucht wird. Sich stattdessen eine „Aikido der letzten Chance“-Kampfkunst wünschte, die auch noch in schlechter Verfassung, bei ungünstigen Bedingungen, möglich ist. Bei der man mit der Angriffsaufnahme die „Energie“ nicht aus großen Drehungen (nach sauberem Hanmi) holen kann/muss. Sondern aus teils unwillkürlichen Reflexen und Körper-Wellenbewegungen. In Optionen liegt die Ruhe; das Wissen um Möglichkeiten in Situationen, die in einem „klassischen“ Aikido auf falschen Abstand, falsches Timing und falsche Technik hinausliefen. Und die Möglichkeit einer reduzierten und verzögerten Kampfkunst-Körpersprache, die in noch uneindeutigen Lagen nicht gleich oder zu früh „Kampf!“ signalisiert.

Sinniger- oder witzigerweise ist Ronin wörtlich ein „Wellenmann“. Also eigentlich wie geschaffen für die große Bedeutung der „Welle“ als Bewegungsprinzip dieser Kampfkünste. Und zum Glück ist man hier als Ronin (vs Ryu), als herrenloser Aikidoka, in Stil- und Schulfragen der Reinheit und Wahrheit sowieso außen vor. – stus


zum Inhalt Aikido &c allgemein

  • Wikipedia – Portale Japan · Budo – Kategorien Kampfkunst · Aikido – Artikel Tendoryu · Aikido · Daito-ryu Aiki-Jujutsu · Hakama · Ukemi · Tori & Uke · Jodo · Jo · Bokken/Bokuto · Tanto · · ·
  • Aikido.de – Die unabhängige und gutsortierte Seite mit allen Themen und Links (zweites Fenster), die hier nicht nochmal stehen müssen.
  • AikidoFAQ.com – “Frequently Asked Questions”, und ein sehr umfangreiches japanisch-englisch Dictionary (zweites Fenster).
  • AikidoJournal.com – von Stanley Pranin, und die Online-Version seiner “[The] Encyclopedia of Aikido” (zweites Fenster).
  • TenshukakuDer Burgturm oder Burgfried einer japanischen Festung. In Friedens­zeiten Zeichen der Macht und des Reichtums eines Daimyo – im Krieg Be­obacht­ungs­turm, letzter Zu­fluchts­ort und best­gesicherte Bastion einer Wehr­anlage. Koryu Bujutsu und die kriege­rischen Tradi­tionen Japans. Homepage für Samurai-Kultur. Mit sehr lesenswerten zweites Fenster Artikeln!
  • “Aikido Primer” – Eine Aikido-Einführung von Eric Sotnak.
zum Inhalt Literatur

Eine Literatur-Liste Aikido (mehrheitlich die üblichen „Bilder­bücher“) findet sich unter den PDF. Die hier gelisteten Bücher sind etwas abwegiger, aber dafür aufklärender [cf. „Nihonjinron“ EN,DE].

Ruth Benedict (1887–1948, zweites Fenster):
Chrysantheme und Schwert.
Formen der japanischen Kultur, am. Orig. The Chrysanthemum and the Sword. Patterns of Japanese Culture. NY 1946, Frankfurt am Main : Suhr­kamp Verlag ¹2006, dt. Erstausgabe. (edition suhr­kamp 2014; 281 Seiten) ISBN 978-3-518-12014-9.

Für seine Zeit ein Standard­werk, heute ein Klassiker der Kultur- und Sozial-Anthropo­logie. Und schon 60 Jahre später die erste deutsche Über­setzung und Ausgabe. Ein Essay bei JPRI Chrysanthemum’s Strange Life: Ruth Benedict in Postwar Japan beschreibt die Wirkungsgeschichte des Buches.

Frank Böckelmann:
Japaner sehen Europäer.
S. 35–133 in id.: Die Gelben, die Schwarzen, die Weißen. Frankfurt am Main : Eichborn Verlag 1998. (456 Seiten) ISBN 3-8218-4159-1, „Die Andere Bibliothek“ Bd. 159.

Einer der besten Essays über interkulturelle Begegnung, Wahrnehmung und das Erleben von Fremdheit. Teilweise sehr reflektiert.

Gerhard Bierwirth (*1943):
Bushidō.
Der Weg des Kriegers ist ambivalent. Ein Essay. München : Iudicium Verlag 2005 (Iaponia Insula, Studien zu Kultur und Gesellschaft Japans, Bd. 15, 154 Seiten), ISBN 3-89129-824-2.
Florian Coulmas (*1949, zweites Fenster):
Die Kultur Japans.
Tradition und Moderne. 3.erg.u.akt.Aufl. München : C.H.Beck Verlag ¹2003, ³2014 (C.H.Beck Paperback, Bd. 1639, 334 Seiten), ISBN 978-3-406-67097-8.
Donn F. Draeger (1922–1982, zweites Fenster):
The Martial Arts And Ways Of Japan.
• Vol.1 Classical Bujutsu, ¹1973, ³1997 (128 pages), ISBN 0-8348-0233-3.
• Vol.2 Classical Budo, ¹1973, ³1996 (112 pages), ISBN 0-8348-0234-1.
• Vol.3 Modern Bujutsu & Budo, ¹1974, ³1997 (192 pages), ISBN 0-8348-0351-8.
Weatherhill, New York.
Ivan Morris (1925–1976, zweites Fenster):
Samurai oder Von der Würde des Scheiterns.
Tragische Helden in der Geschichte Japans, am. Orig. The Nobility of Failure. Tragic Heroes in the History of Japan. Berkeley 1975, Frankfurt am Main : Insel Verlag ¹1989, TB 1999. (insel taschenbuch 2515; 591 Seiten) ISBN 3-458-34215-X.
Wolfgang Schwentker:
Die Samurai.
München : Verlag C.H.Beck 2003. (123 Seiten) ISBN 3-406-47988-x, Beck’sche Reihe „Wissen“ 2188.

Kein Bilderbuch der Waffen und Rüstungen, keine „Kampftechniken“, sondern Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte eines Kriegerstandes.

Peter Pantzer (*1942, zweites Fenster):
Was ist was: Samurai.
Nürnberg : Tessloff Verlag 2006. (48 Seiten) ISBN 978-3-7886-0636-7, Reihe „Was ist was“ Band 94.

Fach-Japanisch kann jeder Japan-Fachmann. Meisterschaft macht fundiertes Wissen ohne Vereinfachung verständlich. Eine ausführliche Besprechung bei EMBJAPAN aus der umfassenden Liste der Japan-Bücher.

Stephen Turnbull (*1948, zweites Fenster):
Samurai.
Der ultimative Karriereführer, engl. Orig. Samurai. The Japanese Warrior’s (Unofficial) Manual. 2012, Darmstadt : Primus Verlag 2013. (216 Seiten) ISBN 978-3-86312-042-9.

Fiktiv 1615 von Umawatari Bogyu (vgl. jap. bugyō oder engl. “bogus”?) verfasste Samurai-Erziehungs­literatur Buke monogatari (wörtl. „Erzählungen über die Kriegerklasse“), laut Auftrag des Shogun Tokugawa Hidetada im Stil der südlichen Barbaren gehalten, damit auch diese es lesen, Krieger­tugenden und Schlachten­ruhm erkennen und darob erzittern mögen.

Brian (Daizen) A. Victoria:
Zen, Nationalismus und Krieg.
Eine unheimliche Allianz, engl. Orig. Zen At War 1997, dt. Ausgabe um zwei Kapitel erweitert, Berlin : Theseus Verlag 1999. (400 Seiten) EAN (ISBN-13) 978-3-89620-132-4.

Eines der ganz wenigen Bücher jenseits esoterischer und historischer Ver­klärung des Zen-Themas.

Oskar Weggel:
Die Asiaten.
Gesellschafts­ordnungen, Wirtschafts­systeme, Denk­formen, Glaubens­weisen, Alltags­leben, Verhaltens­stile. München : Beck 1989, dtv 1994. (362 Seiten) ISBN 3-423-04629-5.

Trotz des pauschalen Titels und Dank vieler Details ein Einblick in die sehr große Spann­breite und Tiefe der Fremd­artig­keit.

Reinhard Zöllner:
Geschichte Japans.
Von 1800 bis zur Gegenwart. Paderborn : Verlag Ferdinand Schöningh 2006, UTB 2683. (457 Seiten) ISBN 987-3-8252-2683-1.

Besonders der Zeitraum 1853–1952 [Ankunft der amerikanischen „Schwarzen Schiffe“ zur Öffnung Japans bis zum amerikanisch-japanischen Friedensvertrag nach dem Zweiten Weltkrieg; pp.140–399] ist harter Geschichts-Stoff für Kampfkünstler. Hinter der Buch-Historie scheint auf, wie Samurai-Stand und -Geist am Wandel Japans mitwirkten, sich selbst abschafften, und als Samurai-Romantik und Bushido-Ideologie neu erfanden. Was heute „geistige Grundlage“ des Budo sein soll, ist weder was es historisch war, noch ist es unbeschadet in der Gegenwart angekommen. Es entstammt einem Bedürfnis nach erfundenen Traditionen, sekundiert durch westliche Interpreten, und hat(te) gesellschaftlich-politische Funktionen.

Fukuzawa Yukichi (1834–1901, zweites Fenster):
Eine autobiographische Lebensschilderung.
Übersetzt und mit einer Einleitung versehen von Gerhard Linzbichler, jap. Orig. Fukuō-Jiden. Tokyo 1899, Tokyo : Keio-Gijuku-Universität 1971. (387 Seiten)

Aus dem Vorwort von Saku Sato, Präsident der Keio-Gijuku-Universität, 1970:
Die Fukuzawa-Autobiographie, Fukuo-Jiden, zählt zu den besten selbstbiographischen Werken Japans und kann mit anderen berühmten Werken der Weltliteratur durchaus in eine Reihe gestellt werden. Der Verfasser dieser Autobiographie, Fukuzawa Yukichi, war ein überragender Aufklärer und ein ausgezeichneter Pädagoge. Die 1858 von ihm gegründete Keio-Gijuku ist die älteste Privatuniversität Japans, die im Laufe ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hervorgebracht hat. Diese Autobiographie ist nicht nur eine Schilderung des an Episoden so reichen Lebens ihres Verfassers, sondern darüberhinaus auch ein lebendiger Augenzeugenbericht jener Übergangszeit von der alten Tokugawa-Zeit in die neue Meiji-Ära, wo Japan den Feudalismus abstreifte und eine moderne Gesellschaftsordnung errichtete.

Frederic De Garis, Atsuharu Sakai:
We Japanese.
Being Descriptions of Many of the Customs, Manners, Ceremonies, Festivals, Arts and Crafts of the Japanese, Besides Numerous Other Subjects. With a few exeptions each subject is complete on one page. Dedicated to all Past, Present and Future Visitors to Japan. [Book I–III in one vol.].
Yokohama: Yamagata Press, [1934–1949, ²1950]. Ed. by Fujiya Hotel Ltd., Miyanoshita, Hakone, Japan. Book II and III written by Atsuharu Sakai for H. S. Yamaguchi.

Nur noch antiquarisch zu bekommen. Farbiger Einband mit Goldprägung; als japanisches Blockbuch gebunden und auf Dünndruckpapier bedruckt. 20 n.n. + 591 Seiten, 889 Illustrationen, 8° (Oktav), ca 21×15 cm (~A5).

“We Japanese”:

Book I was first printed in 1934, when it was written for H.S.K. Yamaguchi, Managing Director of the Fujiya Hotel. Over many years, the hotel’s guests had asked Mr. Yamaguchi questions about the various Japanese customs, festivals and daily life – including history, art, religion and tradition. These questions were compiled in book form so that guests might keep them handy for reference and also to provide an ideal souvenir of their stay in Japan. “We Japanese” Volumes I and II, which were well received by foreign tourists who visited Japan in the prewar days, describes customs and popular practices. Volume III is given more to the spiritual and mental phases of the Japanese, as well as more historical aspects of the nation. This is a wonderful and extensive reference book on all things Japanese.


Nitobe Inazo (1862–1933, zweites Fenster):
Bushido, The Warrior’s Code.
(aka Bushido, The Soul of Japan. Original 1st printing Philadelphia 1899/1900) Compiled and Edited by Charles Lucas. Santa Clarita, CA : Ohara Pub., Inc. ¹1968, 26th printing 1998 (Book #303, 112 pages). ISBN 0-89750-031-8.

Death, Honor and Loyalty: the Bushido Ideal (G. Cameron Hurst III, 1941–2016)

In almost every way imaginable, Nitobe was the least qualified Japanese of his age to have been informing anyone of Japan’s history and culture. (…) Indeed, Nitobe Bushidó: The Soul of Japan became not only an inter­national best­seller, but served as the corner­stone for the construction of an edifice of ultra­nationalism that led Japan down the path to a war she could not win. (…) No work of Nitobe’s has been more highly acclaimed than his 1899 “classic,” Bushidó, yet it is perhaps the most misleading of all his writings. (…) Thus Nitobe’s contemporary, Basil Hall Chamberlain – who was virtually the only one with courage enough to challenge him at the time – was not incorrect when he referred to the excitement over Nitobe’s bushidó as the “invention of a new religion.”


Noel Perrin (1927–2004, zweites Fenster):
Keine Feuerwaffen mehr.
Japans Weg zurück zum Schwert von 1543 bis 1879. Frankfurt am Main : Athenäum Verlag 1982/89. (113 Seiten) Engl. Orig. Giving Up the Gun. Japan’s Reversion to the Sword, 1543–1879. (1979)

Neue Zürcher Zeitung

Das historische Buch

Die Fabel vom Schwert

Eine etwas andere Geschichte der Feuerwaffen in Japan

Geschichte heisst Geschichten erzählen. Deshalb ist es instruktiv, Geschichten in Abständen wieder zu lesen. Die Perspektive des Geschichtenerzählers tritt dann deutlicher zutage. Vor beinahe zwanzig Jahren machte sich Noel Perrin daran, die Geschichte der Verbreitung der Feuerwaffen in Japan zu erzählen. 1979 erschien sein Buch «Keine Feuerwaffen mehr», dem er den Untertitel «Japans Rückkehr zum Schwert 1543–1879» gab. 1982 erschien eine deutsche Übersetzung. In diesem Jahr wurde sie zum zweitenmal verlegt.

Im Untertitel ist Perrins Geschichte zusammengefasst. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts brachten portugiesische Seefahrer zum erstenmal Gewehre nach Japan. Ihre Zweckmässigkeit wurde dort schnell erkannt. Waffenschmiede bauten sie nach, und nach kurzer Zeit tauchten sie in grosser Zahl auf den Schlachtfeldern auf. «Im späten 16. Jahrhundert waren Gewehre in Japan fast mit Sicherheit gebräuchlicher als in jedem anderen Land der Welt.»

Dann aber nahm die Geschichte einen unerwarteten Verlauf. Japan schloss sich von der Welt ab. Die Japaner verloren die Lust an den Schiessprügeln. Die Waffenindustrie geriet in Not. Mit einem Wort, es geschah etwas, was eigentlich in der Geschichte nicht vorgesehen ist, das Rad des Fortschritts wurde zurückgedreht. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als amerikanische Kanonenboote die Japaner dazu zwangen, wieder am Weltgeschehen Anteil zu nehmen, nahmen sie auch wieder das Gewehr zur Hand und lernten recht schnell, es seinem Zweck zuzuführen.

Um Japans zeitweilige Abkehr von den Feuerwaffen zu erklären, spricht unser Autor von der Ästhetisierung des Schwerts und seiner grossen symbolischen Bedeutung in Japan; von der Ablehnung alles Fremden; und davon, dass Feuerwaffen das soziale Gleichgewicht der Feudalordnung störten: «Dass ein Bauer mit einem Gewehr ohne weiteres den besten Samurai töten konnte, war für jedermann ein grosses Ärgernis.» Ob Perrin dazu wohl auch die Bauern befragt hat? Wir wissen es nicht, aber das ist seine Geschichte: Die Japaner legten die Feuerwaffen wieder ab, weil es sich mit dem Schwert so viel schöner tötet und stirbt.

Eine schöne Geschichte, fürwahr. Aber wie wahr ist sie? Man könnte dieselbe Geschichte auch anders erzählen, zum Beispiel so:

Nach langen Bürgerkriegen gelang Anfang des 17. Jahrhunderts die Reichseinung. Tokugawa Ieyasu errichtete ein absolutistisches Regime, das die nach ihm benannte Tokugawa-Dynastie zweieinhalb Jahrhunderte aufrechterhielt. Die strikte Monopolisierung des Handels und der Herstellung von Feuerwaffen war ein wichtiges Instrument der Machterhaltung. In dem gut funktionierenden Polizeistaat, der Japan unter den Tokugawa war, verfügte allein die Militärregierung über Feuerwaffen. Ihre Verbreitung verringerte sie im eigenen Interesse. Auch die eigenen Arsenale konnten reduziert werden, denn die Treue der in die Provinz gesandten Vasallen sicherte sich die Zentralregierung durch Geiselnahme ihrer Familien in der Hauptstadt. Erst als Japan von aussen mit Feuerwaffen bedroht wurde, konnte dieses System nicht mehr funktionieren.

Etwas prosaischer ist diese Variante der Geschichte als die von Perrin erzählte. Bleibt die Frage, was ihn dazu bewog, sie so zu erzählen, wie er es tat. Die Antwort ist – Sehnsucht und Überdruss. Wie verlockend nimmt sich der Entschluss zur Aufgabe von Vernichtungsmitteln aus ästhetischen Gründen in einer Welt aus, die im Zeichen des Gleichgewichts des Schreckens steht! Könnten Menschen nicht auf Atomwaffen verzichten? Zudem, Perrin gehört zu der durch den Vietnamkrieg traumatisierten Generation amerikanischer Akademiker. Wäre es nicht wunderbar, wenn wir vom Napalm zum Bowie-Messer zurückkehren könnten?!

Perrins Geschichte der Feuerwaffen in Japan ist eine Fabel, ein Lehrstück, wenn man es freundlich sagen will. Sie reflektiert die historische Wahrheit, die in der Post-Vietnam-Epoche des kalten Krieges vielen attraktiv erschien.

Florian Coulmas (*1949, zweites Fenster)

zum Inhalt Weitere Abwege

  • Gisela Döhler – Eine künstlerische Darstellung des Aikido. Selten, wie ich meine.
  • Stefan Stenudd – Homepage eines schwedischen Aikido-Meisters mit umfangreichem Material. Bemerkens- und lesenswert: sein Buch „Aikido – die friedliche Kampfkunst“ auf deutsch im PDFormat (ca 3,8 MB; 172 Seiten).

  • Truefork: The Dragon Preservation Society – Europäische Ursprünge des Aikido ??? „Vollständiges Ring-Buch“ von Johann Georg Paschen (1659), „Klare Onderrichtinge der Voortreffelijcke Worstel-Konst“ von Nicolaes Petter (1674).

zum Inhalt Eigene Dokumente im PDFormat

Im Laufe der Zeit sind einige „Werke“ entstanden, und es gibt keinen Grund, sie nicht zur Verfügung zu stellen. Die ZIP-Archive – zum leichteren Download – enthalten die je folgende Datei im “Portable Docu­ment Format”.

  • akd-Flow.zip|.pdf (Text, ca 40 KB, A5) Was ist dieses mysteriöse „Fließen“, von dem im Aikido ständig die Rede ist? Der esoterische Rest hinter einfach fließenden Bewegungen verträgt noch etwas Abklärung. Dafür die „Elemente des flow-Erlebnisses“ (zweites Fenster), ein Konzept von Mihály Csíkszentmihályi (“Chicks sent me high”; zweites Fenster), u.a. aus der Motivations-Psychologie. Der Text ist schlicht eine Abschrift der wichtigsten Passagen. Da Aikido nicht erwähnt wird, den Transfer bitte selbst leisten.

    Das flow-Konzept ist vielleicht auch deshalb interessant, weil es – ohne mit Blick auf Aikido entworfen zu sein – eine gänz­lich un­meta­physische Außen­sicht liefert: auf (mögliches) Erleben, auf Elemente und Abläufe in Kampf­künsten allgemein. Der innere Diskurs des Aikido, sofern man über­haupt zu Worten greift, ist in Begriff­lichkeit und Aus­sagen weithin unklar und wenig analytisch. Durch die Passung mit dem flow wird Aikido dann aber angenehm irdisch-weltlich, und man muß nicht das schleichend-nagende Gefühl haben, es fehle noch eine irgendwie schwer fass­bare Erleuchtung oder Energie. An den Bedingungen des flow kann man immerhin arbeiten, während das ungewisse Warten auf ein unbestimmtes „Inne­werden“ eher devot anmutet. – stus

  • AikidoA4.zip|.pdf (Aushang/Text, ca 38 KB) Ein Teil des Textes der Aikido-Seite auf eine A4-Seite zusammengepresst und anders gestaltet, als Aushang gedacht. „Werbung.“
  • AikidoMU.zip|.pdf (Aushang/Bild, ca 64 KB) Wer liest schon? Noch ein Aushang, nur mit dem allernötigsten Text, dafür mit Bild.
  • akd-Card.zip|.pdf (Kärtchen, ca 45 KB) Vier Seiten mit je zehn „Dojo-Visitenkarten“ mit Trainingsort und -zeiten für die Brieftasche. Einmal mit und einmal ohne Hilfslinien – selbst ausschneiden, oder auf vorgeschnittene Bogen drucken (Format A4 mit 10 × 89 mm × 51 mm und 10 × 85 mm × 54 mm; theoretisch, denn irgendwas von TeX über PDF zum Printer vermurkst bei mir die Maße, die ohne Konversion richtig sind).
  • akd-BLst.zip|.pdf (Buchliste, ca 48 KB) Eine unvollständige, unkommentierte und unsortierte Liste mit Büchern zum Thema Aikido &c. Aber immerhin.
  • akd-TTab.zip|.pdf (Tabelle leer, ca 15 KB) Eine Tabelle der Aikido-Techniken und Angriffe in allen (unmöglichen) Kombinationen auf einer Seite. Sie war dazu gedacht, schnell einen Trainingsplan zu entwerfen oder Lehrgangstechniken leichter aufzuzeichnen und zu erinnern. Vielleicht kann ja doch jemand etwas damit anfangen.
  • akd-Shim.zip|.pdf (Tabelle Shimizu, ca 17 KB) Eine ungeplante spätere Anwendung: Seitenzahlen aus dem Buch “The Heavenly Road” von Shimizu Kenji machen sie zu einer Finde- und Überblicks-Tabelle vieler Tendo-Ryu-Techniken.
Freeware zweites Fenster für ZIP, ZIP, ZIP, ZIP & PDF, PDF
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Kalligrafie © bei zweites Fenster AikidoFAQ.com
Gesetzt aus/für zweites Fenster MS Georgia & Verdana
2001 ff. ©|© Stefan Unterstein
 
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