Großes Aikido-Fachwort-Lexikon

A bis Z

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A

Age:
heben, anheben, hochheben.
Ago:
Kinn.
Agura:
lockerer, gelöster Sitz vorn gekreuzten Beinen, ähnlich dem bekannten „Schneidersitz“, jedoch in aufrechter Körperhaltung.
Ahimsa:
der Grundsatz der Gewaltlosigkeit und des „Nichtverletzens“ in der buddhistischen Ethik; die Achtung vor allen Lebewesen.
Ai:
Harmonie, als übergeordnetes Prinzip des Aikido; Ziel jeder körperlichen und geistigen Aktivität. Bedeutet auch: Miteinander-verschmelzen, ineinander-übergehen, Vereinheitlichung. Bedeutet auch: Liebe. Aikido-Begründer <Ueshiba> benutzte die Silbe „Ai“ im hohen Alter sowohl für „Harmonie“ als auch für „Liebe“, als Ausdruck des Mitgefühls zu allen Lebewesen.
Ai-hanmi:
Aikido-Element, symmetrische Position, Ausgangsstellung. Uke und Nage stehen sich diagonal gegenüber, also beide in Rechts- oder Linksstellung (Migi- oder Hidari-<kamae>)
Ai-hanmi Katate-tori:
Angriff von vorn, wobei Uke mit seiner rechten Hand das rechte Handgelenk bzw. mit seiner linken Hand das linke Handgelenk von Nage erfasst.
Ai-ire-so-Kuatsu:
Wiederbelebungsgriff: <Kuatsu>
Aiki:
Harmonie (<Ai>) und kosmische Energie (<Ki>, siehe jeweils dort). Grundsatz und Leitziel des Aikido; Techniken zur Erreichung der Einheit von Körper, Geist und Seele. Harmonisierung und Verschmelzung mit dem Universum.
Aiki Budo:
Bezeichnung des Verteidigungssystems von <Ueshiba>, Morihei in der Zeit von 1935 bis 1942.
Aiki Bu-Jitsu:
Oberbegriff der Grundtechniken zum Führen eines bewaffneten Angreifers mit dem Stab (Bo), Messer (Tanto) oder Schwert (Katana). – Prüfungsfach bei der Prüfung zum 5. Dan.
Aikido:
die von <O Sensei Ueshiba, Morihei> geschaffene Synthese wesentlicher Elemente, Techniken und Prinzipien traditioneller japanischer Kampfkünste sowie ihre geistigen (ethnischen) und spirituellen Grundlagen, die sich in Form reiner Verteidigungstechniken gegen unbewaffnete und bewaffnete Angreifer an die geistig-seelischen, sittlichen und körperlichen Fähigkeiten der Ausübungen (Aikidoka) wendet. Bei ausdauernder und ernsthafter körperlicher Übung bewirkt Aikido bei den Schülern eine zunehmende Vereinigung (Harmonisierung) von Körper, Geist und Seele mit dem kosmischen Urprinzip (Ki). Durch die im Aikido ganzheitlich (körperlich und geistigseelisch) angestrebte Aufhebung fundamentaler Gegensätze (z. B. zwischen Angriff und Verteidigung) wird der „Sieg durch Nichtkämpfen“ erst möglich und die wertschaffende (Nächsten-) Liebe (Ai) als Leitziel des menschlichen Handelns zur ethnischen Norm des <Budo> erhoben.
Aikidoka:
Ausübender des Aikido.
Aikido Kyogi:
Wettkampf-Aikido, entwickelt von dem Waseda-Universitäts-Professor <Tomiki>, Kenji
Aikien:
Aiki-(Do) Form; von <Ueshiba, Morihei> kurz nach dem 2. Weltkrieg (1945) gewählter Name, weil die martialischen (Kriegs-) Künste, denen auch Aikido zugeordnet war, von der Militärregierung verboten wurde.
Aiki-in Seibu Enyu Daidoshi:
buddhistischer Name von Ueshiba, Morihei.
Aiki-inyo:
Methode zur Harmonisierung der Atemtechniken.
Aiki Jinja:
Reliquien-Schrein des Aikido-Begründers <O Sensei Ueshiba, Morihei> in Iwama (Ibaragi Präfektur), Japan. Gebaut als äußere (sichtbare) Manifestation einer inneren (unsichtbaren) Realität. Dieser Schrein ist den Schutzgottheiten des Universums gewidmet.
Aiki-Jo:
Aikidi-Stock, Stab.
Aiki-jo-ho:
Aikido-Übungsbewegungen und -Techniken mit dem <Jo>. Siehe auch unter <Hodokosu> = ausüben und unter: <Aiki-no-jo>
Aiki-jo-Jitsu:
Oberbegriff für Grundprinzipien zur Anwendung des langen Stockes und zur Abwehr von Angriffen mit dem langen Stock (<Bo>). – (Über-) Prüfungsfach bei Prüfung ab 2. Dan Anforderungen siehe Prüfungsordnung für Dan-Grade.
Aiki-Ju-Jutsu:
Vorläufer des modernen Aikido. Jutsu = Technik, Methodik und Strategie. Koordination zwischen Angriff und Verteidigung. 1. Praktizierte im Daito-Ryu Aiki-Jutsu von <Takeda, Sokaku>. 2. Gelehrte von Ueshiba, Morihei zwischen 1915 und 1925. Die Entwicklung des „Jutsu“ zum „Do“ begann 1925.
Aiki Kai:
Name des Aikido-Hauptquartiers <Hombu-Dojo> in Wakamatsucho, Shinjuku-Ku, Tokyo
Aiki-Ken:
Aikido-Schwert; Langschwert <Katana> Bedeutet auch: die mit dem Schwert aus geübten Techniken folgen dem Aikido-Prinzip. Beeinflusst von der berühmten <Kashima-Shinto-Ryu> (Schule).
Aiki-Ken-ho:
Gesamtheit der Schwertübungen (<Hodosoku>)
Aiki-Ken-Jitsu:
Oberbegriff für Techniken zur Abwehr unterschiedlicher Angriffe mit dem <Bokken> (<Katana>), (Über-) Prüfungsfach bei Prüfungen ab 4. Dan. Anforderungen siehe Prüfungsordnung für Dan-Grade.
Aiki-nage:
fortschrittliche Aikido-Verteidigungstechnik aus dem Stand (<Nagewaza>) Aikido-Koordinationswurf. Der Angreifer wird in idealer Übereinstimmung (Koordination) aller Elemente und Prinzipien des Aikido spontan und „körperlos“ geführt, sowie allen durch die geistige Energie (<Ki>) des „abtauchenden“ Verteidigers (Nage) geworfen. Aiki-nage ist die Synthese aller Aikido-Wurftechniken und in der höchsten Reife des Verteidigers (<Nage>). Die wirksamen Schwerpunkte des Aiki-nage können nicht geprüft werden. Die Technik ist daher nicht im Prüfungsprogramm für Kyu- und Dan-Grade enthalten.
Aiki-no-jo:
während der Ausübung der <Jo-waza> werden die <Jo>-(Stab) Techniken mit der <Ki>-Kraft vereinigt. <Aiki-jo-ho>
Aiki-no-Kata:
Oberbegriff für alle Formen des festgelegten Angreifens und Abwehrens im Aikido. Übungsform zur Kontrolle des Grades der Verinnerlichung und der Effektivität der – unveränderten – Elemente, Techniken und Prinzipien des klassischen Aikido. – (Über-) Prüfungsfach bei Dan-Prüfungen wie folgt 1. Dan: Form der Aikido-Bodentechniken im Stand. 2. Dan: Form der Aikido-Bodentechniken im Kniesitz. 3. Dan: Form der Aikido-Standtechniken (Nage-waza). 4. Dan: Form der Abwehr bewaffneter Angreifer. 5. Dan: Form der Aikido-Elemente und Prinzipien. Die Aiki-no-Kata ist auch Bestandteil der Überprüfung bei den jeweils höheren Graden. <Kata>
Aiki-No-ken:
während der Ausübung der <Ken-waza> werden die Schwerttechniken mit der <Ki>-Kraft vereinigt
Aiki-no-kurai:
die Geheimnisse und das Bewusstsein des Aiki.
Aiki Okami:
Bezeichnet den großen Geist, das höchste Symbol und die nachahmenswerten Ideale, auf die Ueshiba, Morihei besonders wert legte.
Aiki-otoshi:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Aushebewurf. <Nage> „schaufelt“ dem Angreifer nach einer Ausweichbewegung und/oder Gleichgewichtsbrechung (Kuzushi) mit den Händen die Füße unter dem bewegten Körper weg und wirft ihn auf den Rücken oder auf die Seite
Aiki-taiso:
Grundübungen, Vorbereitungstraining und Exerzizien, die dazu dienen, physische und mentale Kräfte in Lebensenergie (Ki) umzuwandeln. Bedeutung auch: kallisthenische Körpertraining (griechisch: Kallos = Schönheit, Steno = Kraft) <Undo>
Ai-nuke:
gegenseitige Erhaltung und Anerkennung; Wertschätzung.
Aiki-Tanken-Jitsu:
Oberbegriff für die Grundtechniken zur Abwehr von Angriffen mit dem Messer (Dolch) aus verschiedenen Richtungen. (Über-) Prüfungsfach bei Prüfungen ab 3. Dan. Anforderungen siehe Prüfungsordnung für Dan-Grade.
Ai-uchi:
gleichzeitiger Angriff von Uke und Nage. Bedeutet auch: Unterscheiden, oder: gegenseitige Vernichtung beider Kontrahenten.
Aite:
Partner oder Gegner im Training bzw. im sportlichen Wettstreit.
Ake:
rot.
Ake-obi:
roter Gürtel; 9–10. Dan-Grad.
Altenbrandt, Erhard:
deutscher Aikido-Meister und -Pionier, geb. 1939. 6. Dan-Aikido und 2. Dan-Judo. War von 1966 bis 1977 stellv. Vorsitzender der Sektion Aikido des Deutschen Judo-Bundes (DJB) und ist seit der im Jahre 1977 erfolgten Gründung des Deutschen Aikido-Bundes e. V. (DBA) mit einer kurzen Unterbrechung dessen amtierender Vizepräsident (Technik) und ab 1994 auch Bundestrainer. 1977 initiierte Altenbrand die Gründung des Aikido-Verbandes Baden-Württemberg e. V. den er seit 1979 als 1. Vorsitzender leitet. Er ist Verfasser von Lehrunterlagen und Aufsätzen über die geistigen und technischen Aspekte des Aikido und hat die Entwicklung und Verbreitung der Lehre und Technik des Aikido in Deutschland in den genannten und vielen anderen Ämtern auf Bundes-, Landes- und Vereinsebene maßgeblich gefördert. Für seine ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeit wurde Altenbrandt von Verbänden und Vereinen vielfach geehrt und ausgezeichnet.
Ama-no-torihume:
Meditationsübung ähnlich dem Rudern eines Bootes in der Hanmi-Stellung. Ursprünglich stammend aus der <Shinto>-Religion. Grund der Ausführung: symbolische Reinigung von Geist und Seele, Harmonisierung der Atemkraft (<Ko-kyu>) und der Bewegung des Körperzentrums (<Hara>):
An:
innen, von innen, Innenseite.
Antai:
Balance, Stabilität.
Anuro:
sich selbst nach innen bewegen; von außen nach innen.
Anza:
sitzende Position, ähnlich dem Lotossitz. Diese Sitzhaltung ähnelt einer geöffneten Lotosblüte; „Schneidersitz“, bei dem die Füße auf den Oberschenkeln liegen.
Aoiro-obi:
2. Kyu-Grad = Ni-Kyu (blauer Gürtel).
Aruku:
Gehschuhe, richtiges Gehen, Gleiten.
Asana (Sanskrit):
Körperstellungen, die eine bestimmte Geisteshaltung ausdrückt bzw. fördert. Sie erfordern ein beständiges Training und gelten als unerlässlich für die Meditation.
Ashi:
Fuß, Bein, Schrittfolge. Chokyori = Langstreckenlauf; Ko-ashi = kleiner Schritt; Nuki-ashi = lautloser Schritt; O-ashi = großer Schritt; Suri-ashi = gleitender Schritt; Tobi-ashi = fliegender Schritt; Wari-ashi = sich anpassender Schritt; Yoko-aruki = seitliches Gehen
Ashi-kubi:
Fuß-Knöchel
Ashi-no-ko:
Eintritt; Eingang in eine Angiffs- oder Abwehrtechnik. Bedeutet auch: Fußspann oder Fußrist.
Ashi-no-tachi:
Grundstellung.
Ashi-no-tachi-Kata:
verschiedene (schulmäßige) Formen, um Füße richtig zu stellen.
Ashi-no-ura:
Fußzehe.
Ashi-sabaki:
Oberbegriff für Fußarbeit; Bewegung der Füße
Ashi-uke:
Abwehr mit dem Fuß, Bein oder Schienbein.
Ashi-ura:
Fußstellung. Bedeutet auch; Fußsohle.
Atata-meru:
Aufwärm-Übungen, Gymnastik. <Taiso> und <Undo>
Ate:
Schlag, schlagen.
Atemi:
wörtlich „anrempeln“ ; bewusstlos mit einem Schlag.
Atemi-te:
die Kunst, den Angreifer durch Druck, Schlag oder Stoß auf lebenswichtige Nervenpunkte des menschlichen Körpers zu lähmen bzw. aktionsunfähig zu machen. Im Aikido werden Atemi-te beim Eintreten oder Ausweichen nur eingesetzt (angedeutet), um die Ki-Energie des Angreifers zu neutralisieren oder umzulenken bzw. sein Gleichgewicht zu brechen (<Kuzushi>).
Atemi-waza:
Gruppe sämtlicher gefährlicher Schläge und Stöße auf die vitalen Nervenpunkte des menschlichen Körpers.
Ateru:
ziehen, treffen, schlagen.
Awase:
zusammen.
Awasete:
aufstellen, zusammenfügen, zusammenfassen. Bedeutet auch: kombinieren.
Awase-waza:
Gruppe sämtlicher kombinierter Techniken. Bedeutet auch: zusammengefügte (gezählte) Punkte. Im Aikido auch: Oberbegriff für alle klassischen und freien Verkettungen. <Gaeshi/Kaeshi> <Rensoku/Renzoku> und <Renzoku-waza>. – Prüfungsfach bei Prüfungen zum 4. bzw. 5. Dan. Anforderungen siehe Prüfungsordnung für Dan-Grade. Technik des 4. Dan sind Bestandteil der (Über-) Prüfung zum 5. Dan.
Awasu (Awaseru) :
sich in Harmonie mit der Bewegung des Partners befinden.
Ayumi-ashi:
Schritt-laufen, vorwärts-streben, Gehen, normales Fußgehen zur Einnahme oder Wahrung der korrekten (harmonischen) Distanz (<Ma-ai>) zum Angreifer. Bedeutet auch Marsch. <Tsugi-ashi>.

B

Barai/Harai:
fegen, Bein-weg-fegen.
Bo:
langer Stab, Stock; Übungsgerät (-Waffe) im Aikido.
Bodhidharma:
japanische Bezeichnung des 28. Nachfolgers <Buddhas>. Erster Patriarch des chinesischen <Zen>; lebte u. a. von 520–535 n. Chr. Im chinesischen Kloster Shaolin und schuf dort die Urform des heutigen Karate. Wird in Japan auch noch „Daruma“ genannt; „Ta-MO“ = chin. Bezeichnung.
Bo-Jutsu:
die Kunst (Techniken) zur Anwendung des <Bo>. Eine beinahe in Vergessenheit geratene Abart des jap. Schwertfechtens Kendo mit 1,50 bis 1,82 langen Holzstöcken. Ca. 350 verschiedene Arten der Anwendung in genau vorgeschriebenen Angriffs- und Abwehrtechniken sind möglich. Die Arten des Bo (-Stabes): Maru-Bo = runder Stab, Kaku-Bo = Bambus Stab, Kontei = Ende des Bo, Chubon-Bu = Mitte des Bo. <Aiki-Jo-Jitsu>.
Bo-Kata:
zeremoniell vorgetragene Pflicht-Übung; Serie von Angriffes- und Verteidigungstechniken mit dem langen Stock.
Bo-ken/Bokken:
Holzschwert, als Nachbildung des <Katana> Übungsgerät (-Waffe) im Aikido.
Bokuto:
Holzschwert.
Brand, Rolf:
deutscher Aikido-Meister und Budo-Pionier, geb. 1932. 6. Dan-Aikido, 3. Dan-Judo, 3. Ehren-Dan Taekwondo. Er gründete als „Referent für Budo Sportarten“ 1966 u. a. die Sektion Aikido des Deutschen Judo-Bundes e.V. (DJB) und leitete sie 11 Jahre als Vorsitzender. 1971 initiierte Brand die Gründung der Union Europèenne d’Aikido, war ihr langjähriger Generalsekretär und ist amtierender Vizepräsident. 1977 organisierte und leitete Rolf Brand die Gründung des Deutschen Aikido-Bundes e.V. (DAB) und führte ihn seither als Präsident. Die Verbreitung der Lehre und Technik des Aikido in Deutschland unterstützte er von 19971 bis 1977 auch als Bundestrainer des DJB und ab 1977 bis heute als Bundestrainer des DAB. Er ist Verfasser des Buches „Aikido – Lehren und Techniken des harmonischen Weges“ sowie von Lehrunterlagen und Aufsätzen über die geistigen und technischen Aspekte des Aikido. Die Entwicklung des Budo wurde auch durch Rolf Brand von 1966 bis heute auch in anderen Ämtern auf Internationaler-, Bundes-, Landes- und Vereinsebene maßgeblich gefördert. Für sein ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeit wurde er vielfach geehrt und ausgezeichnet, u. a. mit dem Verdienstkreuz am Band des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Bu:
Ritter, Krieger, Samurai. Bedeutet auch: tapfer, militärisch oder (philosophisch): nicht mehr weiterkämpfen, aufhören mit dem Streit; und bedeutet auch: das Rittertum hochschätzen, oder zwei Waffen treffen aufeinander.
Buddha:
(chin.): der Erwachte, der Erleuchtete (jap. Sakyamuni, oder: der Heilige aus der Familie Sakya). Lebte um ca. 500 v. Chr. Und gilt als Gründer der buddhistischen Religion (Buddhismus)
Buddhismus:
asiatische Welt-Religion (Erlösung, Auskunft über das Jenseits) begründet von dem hinduistischen Bettelmönch Gautama um 560_ 480 v. Chr. Gautama wurde aufgrund der durch seine mystische Versenkung erreichte Erlösung vom Zwang der Seelenwanderung zum <Buddha>.
Budo:
Weg des Kriegers, Weg des Ritters, Weg des Adels. Militärische Ethik, weiter-entwickelt während der jap. Tokugawa-Periode (bis zum 16. Jahrhundert) aus dem kriegerischen Bu-Jutsu. Oberbegriff für alle Jap. Kriegs- und Ritter-Künste der Feudalzeit unter philosophischen Aspekt (engl.: Martial Arts). Darunter fallen die Kampf- und Verteidigungsformen Ju-Do, Karate-Do, Aiki-do, Kyu-Do und Ken-Do etc.
Budogi:
Budo-Anzug, mit Jacke, Hose und Gürtel meist aus Baumwolle. Im Aikido: <Hakama> in weiß oder schwarz. „Keiko-gi“
Budoka:
Ausübender des Budo.
Budokan:
Nippon Budokan: 15.000 Zuschauer umfassende Trainings- und Demonstrationshalle für alle alt-japanischen Kampfkünste und Budo-Disziplinen. Wurde 1964 errichtet u. a. als Austragungsstätte für die Judo-Wettkämpfe der Olympischen Spiele. Der Budokan liegt im Nordwesten des Chiyoda-Parks in Tokyo und hat eine Gesamtgröße von 10.345 qm. Gesamtherstellungskosten umgerechnet ca. 22 Millionen DM.
Budo-Renshu:
„Budo-Übung“, Titel des Aikido-Trainingshandbuches, herausgegeben von <Ueshiba, Morihei> im Jahre 1933; „Renshu“: trainieren, üben
Bugei:
alte jap. Kriegskunst; frühere Bezeichnung für Bu-Jutsu. Wurde von den Samurai und den <Bushi> praktiziert und beinhaltet u. a. Strategie, Taktik und Verteidigung. Gilt als Vorläufer des heutigen modernen <Budo>. Bedeutet auch im übertragenen Sinne: Er ist mit den Kriegskünsten (die am Anfang des 18. Jahrhundert existierten) vertraut.
Bugei-sha:
Krieger oder Meister der antiken, militärischen Kampfkünste. Auch <Bushin> genannt.
Bujin:
Krieger, Soldat
Bu-Jutsu:
Nachfolgende-Beziehung für <Bugei>. Früherer Oberbegriff für alle alt-japanischen Kampfkünste unter kriegerischem, militärischem (materialistischem) Aspekt. Praktiziert von den Samurai und <Bushi>. Vorläufer des heutigen modernen <Budo>. So wurde z. B. aus dem Ju-Jutsu das Ju-Do, aus dem Ken-Jutsu das Ken-Do und aus dem Aiki-Jutsu das Aiki-Do, in dem die Begründer der Technik (Jutsu) ein moralisches, ethisches Prinzip (Do) übergeordneten.
Bujutsu-ryu:
Schule der alten Materialischen (kriegerischen) Kampfkünste.
Buke:
jap. Ritter- und Kriegerfamilie, Ritterstand, militärisches Adelsgeschlecht, aus dem die Daimyo und die <Samurai> hervorgegangen sind. Aufstrebende jap. Militärklasse während der Kamakura-Periode (1182. 1333).
Buke Seji:
gesetzliche Regelungen; Handbuch für den Krieger, Politiker des Buke.
Buki-ho:
wörtlich „Weg der Waffe“; Waffenkunst des <Kobudo>.
Buki-waza:
Oberbegriff für alle Abwehrtechniken gegen die im Aikido verwendeten klassischen japanischen Waffen: <Jo>, <Bo>, <Tanto>, <Ken> und <Yari>.
Bukyo:
Gesetz des Kriegers <Bushido>
Bunbu-itshi:
Kulturpolitischer Idealzustand. „Literatur und Kriegskunst in Harmonie“ (Schreibpinsel und Schwert). Vier jap. Schriftzeichen (<Kanji>), oft dargestellt mit viel Sinn und Bedeutung, denn: Pinsel und Schwert beherrschten praktisch das gesamte jap. Adelsleben der Feudalzeit.
Bunkai:
Analyse, Aufgliederung, detailliertes (in einzelne Phasen und Gruppen aufgeteiltes) Studium der jap. Kampfkünste, in Theorie und/oder Praxis.
Bushi:
Krieger, Ritter, <Samurai>. <Bujin>, <Buke>
Bushido:
Moral- und Ehrenkodex der jap. Samurai. „Weg des Adels“ , „Weg des Ritters“ (<Bushi>) Ethik des 1192–1867 lebenden Kriegerstandes, z. B. Treue gegen den Herrn und Meister, Selbstzucht und Todesverachtung. Schriftliche Dokumentation: Von Yamago Soko (1639–1730) in seinem Werk „Budo Shoshin Shu“ über die Grundlektionen des Bushido. <Kobudo>, „Kamikaze“ und <Yuzan, Daidoji>
Bushi-no-te:
wörtlich „Hand des Kriegers“, also jemand, der „Te“ (Hand, Faustkampf) studiert und beherrscht.
Butso:
der <Buddha>
Butso-Do:
der Weg (die Lehre) des Buddha<Do>

C

Chairo-obi:
1. Kyu-Grad = Ik-Kyu (brauner Gürtel).
Chi
(chin.): das Absolute; nicht zu verwechseln mit <Ch’i> ,die Lebensenergie.
Ch’i
(chin.): innere Energie, Lebensenergie, vitale Kraft, Schwerpunkt, Eins-Sein mit dem Universum. Indisch = <Prana>; Griechisch = Pneuma; Japanisch = <Ki> oder auch <Hara>.
Chika-ma/Chi-kamae:
ähnlich wie Chikai = nahe Position, enge Distanz, wie z. B. in der <Aiki-no-Kata>: Zweite Form im Kniesitz.
Chikara:
Kraftanwendung, Kraftentfaltung.
Chikara-no-dashi-kata:
die in den Aikido-Techniken sichtbar werdende Energie- und Kraftentfaltung.
Chinkon-kishin:
mystische Atemtechnik und meditative Praktiken („zurück zur Göttlichkeit“); benutzt auch von Ueshiba, Morihei. Modifiziert durch <Deguchi>, Onisaburo und gelehrt als Teil der <Omoto-Religion>.
Chi-no-kokyu:
zweite Stufe der Atmungsmeditation („Atem der Erde“).
Choku:
Stoß (<Tsuki>) mit dem Stock auf den Solar Plexus. Bedeutet auch: Tugend, Treue und Redlichkeit.
Choku-sen-no-irimi:
direkter Eingang. <Irimi-Technik>, wobei der Ausführende direkt hinter seinem Partner tritt.
Choshi:
Stimmung, Harmonie, Gleichklang, Takt. Bedeutung auch: Auslosung bei Punktgleichheit.
Choyaku:
Sprung, Satz.
Choyaku-undo:
springen während der gymnastischen Übung.
Chu:
Darlegung, Satz, Ausspruch. Bedeutet auch: Loyalität, oder Mitte.
Chu/Naka:
Mitte. Nur wer seine Mitte (<Hara>) gefunden hat, kann andere Menschen führen.
Chudan:
mittlere Höhe; Angriffs- oder Verteidigungsstufe im mittleren Körperbereich.
Chudan-kamae:
mittlerer Stand; Stellung der vorderen Schwerthand (<Tegatana>) im mittleren Körperbereich.
Chudan-uke:
Abwehr mittlere Stufe.
Chudan-zuki:
gerader Faustangriff (Stoß) zum mittleren Körperbereich des Partners.
Chuga-eri:
sich überschlagen; Rolle vorwärts mit Liegenbleiben. Fallübung im Aikido. <O-chuga-eri>
Chu-gi,
Chu-setsu: Loyalität, als Prinzip des Aikido.
Chushin:
eigener Körperschwerpunkt, Mittelpunkt, Zentrum. <Hara>.

D

Dachi:
Stellung, Lage, Position.
Dai:
groß. (hat aber, je nach Schreibweise, noch viele anderen Bedeutungen)
Dai-daiiro:
4. Kyu-Grad = Shi-Kyu (orangener Gürtel).
Dai-gokyo:
Verteidigung gegen bewaffnete Angreifer.
Daimyo:
wörtlich „Goßer Name“, Herr einer Provinz, Lord.
Dai Sensei:
großer Meister, ehrerbietige Anrede für einen 10. Dan Träger.
Daisho:
wörtlich „Groß/Klein“; Bezeichnung für das Schwertpaar Katana (Langschwert) und Wakizashi (Kurzschwert). War Rangsymbol des <Bushi> und populär während der jap. Momoyama-Periode, von 1573 bis 1599 n. Chr.
Daito:
Schwert mit Überlänge (Klingenlänge mehr als 65 cm).
Daitokan:
Hauptquartier und <Dojo> des Daito-Ryu Aiki-Budo-Verbandes des <Takeda>, Tokimune (Sohn) im Abashiri auf Hokkaido, Japan (seit 1953).
Daito-Ryu Aiki-Jutsu:
Stilrichtung des Aiki-Jutsu; antikes System von Aikido-Techniken („eine Wurzel des Aikido“. Kampfkunst des <Takeda Sokaku> um 1922. <Daitokan>
Daki:
umarmen, umfassen
Dan:
Rang, Stufe, Budo-meistergrad. Aufteilung siehe unter <Obi>
Dan-ryoku:
Spannkraft, Elastizität. Durama, Taishi: jap. Name für <Bodhidharma>.
Datsuma:
ein Begriff mit vielen Bedeutungen, u. a. Methode, kosmisches Gesetz, die „Große Ordnung“ (der unsere Welt unterliegt), Lehre des Buddha, Verhaltensnormen und ethische Regeln. <Dharma>.
De:
vorrücken (kommen oder gehen), herauskommen, vorwärtsgehen.
Deai-oase:
einem Angriff zuvorkommen; auch Deai-o-teru genannt.
Deguchi, Nao:
Gründerin der <Omoto-Religion>, lebte von 1836–1918. Ihr Schwiegersohn Deguchi, Onisaburo (1871–1948) war viele Jahre mit O Sensei Ueshiba, Morihei zusammen.
Deshi:
Lernender, Student, Jünger (der einem Meister nachfolgt).
Deutscher Aikido-Bund e. V. (DAB):
in der Bundesrepublik führender, allein anerkannter, gemeinnütziger und eigenständiger Fachverband für Aikido. Der 1977 gegründete DAB ist in allen Bereichen demokratisch geführt. Er ist Mitglied des Deutschen Sportbundes (DSB) sowie seiner Anschlussorganisationen und der Union Europèenne d’Aikido. Wahlspruch: „Stärke durch Bindung in Freiheit“. Verbandszweck: Verbreitung des von O Sensei Ueshiba, Morihei geschaffenen Aikido in seiner klassischen Form unter Berücksichtigung der moralischen, geistigem, erzieherischen und technischen Inhalte. Wahrung der organisatorischen und fachlichen Freiheit des Aikido sowie Förderung der Einheit aller Ausübenden. Organe: Bundesversammlung, Technischer Kommission und Präsidium. Mitglieder: Aikido-Landesverbände und Vereine. Dem DAB gehören derzeit mehr als 6000 Aikidoka an, davon 300 Aikido Meistergrade (1.–6. Dan).
Dharma
(Sanskit): vieldeutiger Zentralbegriff des Hinduismus; tragendes Prinzip, Wahrheit und Weltgesetz. Im jap. Buddhismus: Daseinselement und die natürliche Ordnung aller Dinge <Datsuma>
Do:
elementarer Begriff im jap. Zen-<Buddhismus> und in der asiatischen Weltanschauung. Bedeutet: Weg, Grundsatz, Lehre, Philosophie, Richtung, Richtschnur, Prinzip, Methode u. a. Das Kanji-Schriftzeichen für „Weg“ liest sich japanisch <Michi> und sino japanisch „Do“. Es ist gleichbedeutend mit dem chin. Begriff <Tao>. Es bedeutet auch: die Nachfolge Buddhas antreten auf dem „Weg“ zur Erleuchtung (<Satori>, <Butsu-Do>). Do bestimmt und regelt auch das Verhalten und die Lebensführung der Schüler und Meister in Budo-Disziplinen. Die geistig-praktischen-Schulungs-„Weg“ und sonstige menschliche Tätigkeiten, auch sportlichen Ursprung und führen den Do-Ausübenden zur Vollendung. Bedeutet auch: Rumpf, Taille, Brust, Torso.
Dogi:
Übungsbekleidung. <Keiko-gi>
Dojo:
wörtlich „Weg Halle“, „Ort der Erweckung“, „Raum der Erleuchtung“. Der Ort, an dem die Schüler den „Weg“ üben. Übungsraum, Schule, Gymnasium, Budo-Trainingsstätte, heiliger Raum. Bedeutet koreanisch: Dojang (Ort der Entgegennahme der Offenbarung). Siehe auch unter: <Zendo>.“
Dojo-cho:
Direktor, Leiter eines Djo
Dojo-kun:
Djo-Prinzipien, -Etikette und -Ethik.
Doka:
Lieder des (philosophischen) „Weges“ in Gedichtform, mit spiritueller Botschaft. Ueshiba, Morihei komponierte selbst einige Doka, die den Geist des Aikido widerspiegeln.
Dokan:
Kreis-Symbol; der „Weg“ ist ein Kreis. Es kehrt alles zu seinem Uhrsprung zurück: der Schüler wird zum Meister und der Meister zum Schüler-zur gleichen Zeit (in der Symbolik des rot-weißen Gürtels für den 6. – 8. Dan).
Dokusan
(Sanskis): Begegnung eines Zen-Schülers mit einem Zen-Meisters, bei der die Zen-Erfahrung des Schülers geprüft und motiviert wird.
Dori/Tori:
nehmen, greifen, z. B. Ryo-te-dori (zwei Hände fassen). Bedeutet auch: der Werfende <Nage>.
Dosa:
Training, körperliche Übungen. <Undo> und <Taiso>.
Doshu:
Ehrentitel für Meister des <Do>; Großmeister. Jetziger Doshu ist der Sohn des Aikido Begründers <Ueshiba, Kisshomaru>.
Doto:
Gleichheit (der Menschen), als Prinzip des Aikodo.

E

Eimeiroku:
Liste mit berühmten Meistern der verschiedenen Budo-Disziplinen.
Eki-kinkyo:
Training von Körper und Geist.
Embu:
die praktische Ausübung der martialischen Kriegs- und Kampf-Künste.
Emman-na:
milde, sanft. Bedeutet auch: vollkommen.
Empi/Enpi:
Ellenbogen. <Hizi>
En:
Kreis (hat je nach Schreibweise noch viele andere Bedeutungen).
Enerugi:
Energie, vitale kraft.
En-no-irimi:
Irimi-Technik, bei der men in den vom Angreifer beherrschten Raum eintritt.
Enso:
Kreis. Alles kehrt zu seinem Ursprung zurück. Bedeutet auch: begrenzendes „innen“, unendliches „außen“.
Eri:
Kragen, Revers.
Eri-dori/Eri-tori:
ergreifen des Revers des Partners. Hidari-eri-dori = ergreifen des linken Revers. Migi-eri-dori = ergreifen des rechten Revers.

F

Fu-antei:
labil sein, sich nicht im (körperlichen und seelischen) Gleichgewicht befinden.
Fundo-no-shisei:
unbewegliche, unerschütterliche Stellung, sitzend oder stehend.
Fudo-shin:
unerschütterlicher, unantastbarer Geist.
Fukukoso:
„Sonnengeflecht“ , lateinisch = Solaris Plexus. Schlag oder Stoß darauf können Atemstillstand oder Lähmung bewirken. <Atemi> Angriffspunkt. Lange: Brustmitte, zwischen den Rippen.
Fuku Shidoin:
erster von drei Titeln, für den assistierenden Lehrer; ist üblicherweise 2. Dan oder tiefer.
Fumi:
treten, stampfen.
Fumi-komi:
eintreten, eindrehen (in einen Wurf); vorwärts schreiten, nach vorne schieben.
Funa-kogi:
Übungen (wie) mit dem Ruderboot; simulierte Ruderbewegungen als Meditationsübung im Aikido. <Ama-no-torihune>
Furi-ageru:
schwingen, zum Schlage ausholen.
Furi-tama:
Übungen der Ki-Energie; leib-seelische Schwingübungen der Hände (Tama-shii = Seele).
Fusegi:
schwingen.
Fusegu:
verteidigen, abwehren, sich wehren.
Futari:
wörtlich „zwei Gegner treffen sich im Kampf“.
Futari-dori:
zwei Partner halten gemeinsam einen Angreifer am Ärmel fest
Futokui:
schwache Stelle, Schwäche, Blöße.
Futsu-geiko:
Übungsform; normales Training, wobei Angriffs- und Verteidigungstechniken beider Partner ständig wechseln.

G

Gaeshi/Kaeshi:
Verkettung in Form einer Gegentechnik, Konteraktion.
Gaeshi-renzoku:
umwerfen, die andauernde, ununterbrochene Gegenaktion
Geaeshi-waza:
Gruppe sämtlicher Gegentechniken und Konteraktionen.
Gake:
einhängen, (ein-) kaken.
Gaku:
Kalligraphie, (schön-) geschriebenes Diplom.
Gamae/Kamae:
Grundhaltung, Stellung, Lage, Position.
Gaman-kamae:
Abwehrposition. Bedeutet auch: warten auf den „Augenblick“
Garami:
halten, verwickeln, umschlingen, unbeweglich machen.
Gari:
sicheln, (weg-) fegen.
Gashira/Kashira:
hoch, nach oben, Haut
Gassho:
Meditations- und Konzentrations-Übung; wörtlich „die Hände vor den Körper falten“
Gasshuku:
Lehrgang, Seminar.
Gasshuku-geiko:
Lehrgangstraining, Üben während eines Aikido-Lehrganges.
Gatame/Katame:
halten, festhalten, unbeweglich machen, Immobilisation.
Gatame-waza:
Oberbegriff für alle Fessel-, Hebel-, Festhalte- und Bodentechniken – (Über-) Prüfungsfach bei Prüfungen ab 5. Kyu. Anforderungen siehe Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade. <Katame-waza>
Gedan:
untere Höhe; Angriffs- oder Verteidigungsstufe im unteren Bereich, abwärts der Gürtellinie.
Gedan-barai:
Fegebewegung mit dem Jo (-Stab), zum unteren Abwehr nach unten. Bedeutet auch: die Beine des Partners wegfegen. <Barai>.
Gedan-gaeshi:
Kreisbewegungen mit dem Jo (-Stab), zum unteren Bereich des Partners zeigen.
Gedan-Kamae:
unterer Stand; Stellung der vorderen Schwerthand (<Tegatana>) im unteren Körperbereich.
Gedan-uchi:
schräger Schlag mit dem Jo (Stab) oder Schwert zum unteren Bereich des Partners.
Gedan-uke:
Abwehr in der unteren Körperstufe.
Geiko/Keiko:
Übung, Trainingsform, Praxis.
Genki:
Kraft, Vitalität, Stärke.
Genryu:
Ursprungsschule des <Takeda-Ryu Aiki-Jutsu> in Japan, im 11. Jahrhundert.
Geri:
Tritt, Fußtritt.
Geta:
jap. Holzschuhe; Sandalen mit Zehen- oder Kreuzband. <Tabi> und <Zori>.
Gi:
Kurzform für Trainingsanzug. Geiko-gi = Übungsanzug, Uniform.
Giri/Kiri:
schneiden, Schnitt. Bedeutet auch: Pflicht, Pflichterfüllung.
Go-Dan:
5. Meistergrad, schwarzer Gürtel.
Go-Do:
Sport (Weg, Grundsatz) der Härte.
Gohon-Kumite:
der fünffache Angriff; eine Übung für Fortgeschrittene in jap. Kampfsportarten.
Gokaku:
gleich stark, gleichmäßig begabt.
Gokaku-geiko:
Übung zwischen gleichstarker Partner.
Goku-shuin:
Schule der Edlen; Internatschule.
Gokyo:
fünfte Bewegung, fünfte Technik. 5. Aikido-Verteidigungstechniken am Boden (<Katamate-waza>) Armschlüssel. <Ude-nobashi>
Go-Kyu:
5. Schülergrad, gelber Gürtel.
Go-no-geiko:
harte Form des Übens, um <Kokyu-ryoku> zu trainieren.
Go-no-Kata:
alte Form der Kräftigungsübung im <Budo>.
Go-rin:
die fünf großen Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Wind und Luft) oder die fünf Körperteile (Kopf, beide Arme, beide Beine).
Go-rin-no-sho:
wörtlich „Schrift von den fünf Ringen (Kreisen)“; Anweisung zur Strategie des Kämpfens, Schwertkampflehre im „Buch der Fünf Ringe“ von <Musashi, Miyamoto (1584 bis 1645)>, einem der berühmtesten Samurai Japans („Heiliger des Schwertes“), gewidmet seinem Schüler Terao Magonojo. <Hagakure>.
Go Satori:
Erleuchtung; die Wahrheit mit dem Herzen sehen.
Goshi/Koshi:
Hüfte, z. B. Hüfteinsatz bei Aikido-Würfen (<Koshi-nage>)
Goshin-Jitsu:
aus dem älteren Jiu-Jitsu und dem modernen Judo, Karate und Aikido vom <Kodokan> entwickelt neue Selbstverteidigung ohne Waffen, zusammengefasst in der Goshin-Jitsu-no-Kata.
Goshin-yo-no-te:
insgesamt 84 Grifftechniken zur Selbstverteidigung im <Daito-Ryu Ju-Jutsu>.
Gozo, Shioda:
Begründer des Yoshinkan-Aikidos, geb. am 9.9.1915 in Tokyo. Er studierte Judo und Kendo in seiner Jugend, trainierte 8 Jahre Aikido im <Kobukan-Dojo> und war ab 1932 Schüler von <O Sensei Ueshibe, Morihei>.
Gyaku:
umgekehrt, entgegengesetzt, „gegen die Natur“. Zwei sich gegenüberstehende Partner nehmen unterschiedliche Grundstellungen ein, z. B. <Gyaku-Hanmi>.
Gyaku-hanmi:
Aikido-Element; Ausgangsposition, seitenverkehrte Stellung. Uke und Nage stehen sich in Rechts- und Linksstellung (<Migi>- und <Hidari-kamae>) gegenüber, oder umgekehrt.
Gyaku-yoko-men:
schräger Schlag zum Kopf (Schläfe) aus seitenverkehrter Stellung, z. B. linker Fuß steht vorne (Hidari-kamae) und rechte Hand schlägt.
Gyaku-zuki:
Fauststoß aus entgegengesetzter Fußstellung (z. B. linker Fuß vorne, rechte Faust stößt).

H

Hachi:
acht.
Hachi-Dan:
8. Meistergrad, rot-weißer Gürtel.
Hachi-no-ji:
schwingen des Jo (-Stabes) ähnlich dem Zeichen einer liegenden acht = 8.
Hagakure:
wörtlich „Im Laub versteckt“; Name der berühmten Samurai-Richtlinien (The Book of the Samurai), geschrieben von dem legendären Samurai Yamamoto Tsunetomo, um 1716 n. Chr.
Haishin-undo:
Rückentraining (beugen und ausstrecken) mit Partner. <Senaka-no-undo>.
Hakama:
klassisches jap. Kleidungsstück, Beinkleid, Hosenrock. Zu Haori (Damen-Überwurf) und Montsuki (Kimono) passend. Wird in manchen Aikido-Stilen/Ryu von Anfängern in weiß getragen und von Meistern (<Yudansha>) in schwarz. Ueshiba, Morihei (Begründer des Aikido) trug weiße (im hohen Alter) und schwarze Hakama. Im Tendo-Ryu wird aus Respekt vor Ueshiba Sensei – und weil es ein Symbol der Reinheit ist – kein weißer Hakama getragen; schwarze Hakama sind keine Rangabzeichen, sondern normal und früh zu tragende Kleidung.
Hanmi:
Grundstellung; die Füße stehen im Dreieck; halb offener Stand, wobei in der Regel der rechte oder linke Fuß vorgestellt wird. Ein vom Körperzentrum (<Hara> = Schwerpunkt) fallendes Lot liegt im Idealfall in der Mitte zwischen beiden Füßen.
Hanmi-hantachi:
Oberbegriff für fortgeschrittene Trainingsformen, bei denen <Nage> seine Bewegungen und Abwehrtechniken sitzend (<Za-ho>) aus führt, während Uke aus dem Stand angreift. – (Über-) Prüfungsfach bei Prüfungen ab 2. bzw. 3. Dan. Anforderungen siehe Prüfungsordnung für Dan-Grade.
Hanmi-kamae:
schräge Grundstellung Dreieckstellung.
Hanmi-kokutsu-dachi:
Achtungsstellung, Rückwertsstellung. Der Körperschwerpunkt befindet sich auf dem hinteren Bein.
Hanshi:
Lehrer, hoher meister, Aikido-Meister von hohem Rang. Durch Silbenverdrehung entsteht der Begriff <Shihan>.
Hantachi-geiko:
Trainingsform; Übungen, bei denen Nage kniet und Uke steht.
Hantei:
Beurteilung, Entscheidung, Bewertung von Techniken.
Happo:
acht Richtungen.
Happo-giri:
schneiden, schlagen (u. a. mit dem Schwert) in acht Richtungen.
Happo-Kumite:
Training für Schritt- und Körperbewegungen sowie Schulung der instinktiven Reaktionen gegen Angriffe aus verschiedenen Richtungen. Eine größere Zahl von Angreifern bilden einen kreis. Der Abwehrende steht in der Mitte. Die Angreifer sagen jeden Angriff an.
Happo-no-kuzushi:
Gleichgewichtsbrechung in acht Richtungen
Happo-undo:
Ausführung der (aufwärmenden oder gymnastische) Grundübungen in acht Richtungen
Hara:
fundamentaler, existentieller Begriff der ost-asiatischen Philosophie mit vielen-auch übertragenen-Bedeutungen, wie z. B. Bauch, leib-seelische Körpermitte, Kraftzentrum und Sitz der Lebensenergie (<Ki>), Schwerpunkt. Etwas unterhalb des Nabels gelegen und Zentrum der Gravitation des Menschen. „Der gewisse Punkt des Menschen“ = jap. <Seika-no-itten>. <Tanden>
Hara-gei:
<Hara> trainieren durch Bauchatmung; praktizierende Kunst im Umgang mit der Technik des Hara; Beachtung der leib-seelischen und symbolischen Mitte. Lebenseinstellung und Lebensführung durch koordinierte <Ki>-Energie.
Harai/Barai:
fegen, weg-mähen, schwingen. Das Schwert oder den Stock des Angreifers nach oben oder unten schwingen.
Hara-Kuatsu/Katsu:
jap. Kunst der Wiederbelebung durch Massage vitaler Körperstellen, die oft auch Angriffspunkte (<Atemi>) sind.
Hasso-gaeshi:
eine Bewegung aus dem Stand zur Ausgangsstellung <Hasso-no-kamae>. Bedeutet auch: kreisförmiges Schwingen des Jo (-Stabes) über dem Kopf. <Gedan-gaeshi>.
Hasso-no-kamae:
Ausgangsstellung beim <Aiki-jo> und <Aiki-ken>. Jo (-Stab) und Schwert werden rechts vertikal neben dem Kopf gehalten.
Heiho:
Weg des Kriegers, Gesetz der Samurai, Kampfmethode. Hei = Krieger, ho = Methode. Von Schwertmeister <Musashi>. Auch „Niten-ichi-ryu“ genannt. Zu diesem Thema gab es im Feudalen Japan viele Fachbücher (Chroniken). <Hagakure>
Heiki:
Gleichmut, Gelassenheit.
Heikin:
Gleichgewicht, Balance. Bedeutet auch: Durchschnitt.
Heiko:
Gleichgewicht bewahren.
Henka:
Wechsel, wechseln, überwechseln (z. B. von einer Technik in eine andere). Bedeutet auch: ab- und umändern.
Henka-waza:
Variationen zur Grundtechnik; alternative Technikabwandlung unter Wahrnehmung der Elemente und Prinzipien des Aikido.
Hidari:
links, linksseitig ausgeführte Technik. Aikido-Ausgangsstellung.
Hidari-ashi-dachi:
Stellung mit Standbein links.
Hidari-ashi-mae-kosa-dachi:
Überkreuzstellung links.
Hidari-eri-dori:
ergreifen des linken Revers des Partners.
Hidari-jigotai:
Verteidigungsstellung links.
Hidari-kamae:
Aikido-Element; linke Vorwärtsstellung.
Hidari-kokutsu-dachi:
Rückwärtsstellung links.
Hidari-mae-sumi-kuzushi:
Gleichgewichtsbrechen nach links vorne.
Hidari-shizentai:
linke Angriffsstellung, links natürliche Grundstellung.
Hidari-yoko-kuzushi:
Gleichgewichtsbrechen nach links.
Hi-den:
wörtlich „einweihen in …“ geheime Überlieferungen, Geheimlehren. Die Summe von körperlichen und geistigen Erfahrungen, übermittelt vom Meister an den besten Schüler.
Hi-den Mokuroku:
„Geheimschriften“ (Rollen) mit fundamentalen Aikido-Techniken, -Elementen und -Prinzipien, die Ueshiba, Morihei 1932 verfasste.
Hiji:
Ellenbogen. Auch <Hizi> und <Empi> genant.
Hiji-otoshi:
den Partner am Ellenbogen halten, um z. B. seinen Fall zu bremsen.
Hiki:
ziehen, Zug.
Hiki-ageru:
sich zurückziehen (z. B. von einer Konfrontation).
Hiki-bana-waza:
Angriffstechnik (Kunst) beim Zurückweichen des Partners.
Hiki-waka:
„Unentschieden!“; Wettkampfkommando in Budo-Disziplinen.
Hikkomi:
wörtlich „es gibt kein zurück mehr“. Bedeutet auch: unerlaubt zu Boden drücken.
Himo:
Bänder zum Schnüren des <Hakama>.
Hishigi:
strecken, gestreckt, drehen. Bedeutet auch: zerschlagen, zerbrochen werden.
Hishiryo:
ein Begriff jenseits des rationellen Denkens; denken ohne zu denken, Nichtdenken (im Gegensatz zu nichts denken). <Wu-wei>.
Hito:
Mensch, menschliches Dasein. Dazu Aikido-Begründer O Sensei Ueshiba, Morihei: „Das menschliche Sein ist ein Geschenk Gottes (der Göttlichkeit), ein lebender Schrei der Heiligen.“
Hito/Jin:
Mensch.
Hitori:
einzig (Hitori-no); allein (Hitori-de).
Hitori-geiko:
Einzeltraining mit einem imaginären (nur in der Vorstellung existierenden) Partner.
Hitotsu-gachi:
wörtlich „ein Sieg“. Trennende (spaltende) Kendo-Technik, wobei ein einziger Schwerthieb zugleich Verteidigung und Angriff ist.
Hittsui:
Knie <Hiza>.
Hiza:
Knie.
Hiza-gashira:
Kniescheibe.
Hiza-maki:
rutschende Fortbewegung auf den Knien.
Hiza-mazuku:
nieder knien.
Hizi:
Ellenbogen. <Empi>
Ho:
Gesetz, Methode, Grundsatz.
Hodokosu:
tun, ausüben, etwas geben.
Hojo-undo:
ergänzende, zusätzliche (vervollständigende) Technikbewegung.
Hoko-Jutsu:
die Kunstfertigkeit des Gehens. Bedeutet auch: die Kunst, mit der Hellebarde (<Naginata>) umzugehen. <Shintai>.
Hokyo:
verstärken.
Hombu Dojo:
<Aikikai Dojo>; das von Ueshiba, Morihei gegründete Hauptquartier und Trainingszentrum für den Japanischen und Internationalen Aikido-Verband; 3-stöckiges Gebäude, gelegen in Shinjuku Ward in Tokyo.
Hon:
normal, grundsätzlich. Bedeutet auch: Wurzel, Basis.
Honcho Gu gei Shoden:
Geschichte der militärischen Künste in Japan; geschrieben während der Shotuko-Periode zwischen 1711 und 1715 n. Chr. Gilt als früheste literarische Quelle des Jiu-Jitsu und ähnlicher Kampfkünste. Verfasser: Shigetaka Hitaka.
Hozoin-ryu:
jap. Kampfkunst-Schule; wurde berühmt durch ihre Speerkampftechnik.

I

I
(chin.): Geist, geistige Kraft.
Iai-Do:
der Weg des (schnellen) Schwertziehens. Ritueller, defensiver Bewegungsablauf, bei dem das Schwert „gezogen“ und gegen einen imaginären Gegner geschlagen, gereinigt und wieder in die <Saya> zurückgeführt wird.
Iai-Jutsu:
Vorläufer des <Iai-Do>; reine Iai-Technik und Kunstfertigkeit des blitzschnellen Schwertziehens und -einsatzes.
Ibo:
zwei Schritte, Doppelschritt.
Ibuki:
Atemtechnik; starkes Ausatmen bei angespannter Bauchmuskulatur.
Ichi:
eins, eine, einer.
Ichi-boyshi:
wörtlich „in einem Atemzug“ (angreifen oder verteidigen).
Ichi-(Sho-) Dan:
1. Meistergrad, schwarzer Gürtel.
Ichi-geki-issatsu:
ein Schlag, ein Stoß.
Ichi Kyu:
1. Kyugrad, brauner Gürtel. Letzte Gradierung innerhalb der Schüler-(Kyu-) Grade.
Ichi-rei-shikon:
die spirituelle macht des Aikido.
Idori:
sitzend; Bewegungen im Sitzen. <Suwari>.
I-Ging
(chin.): chin. „Buch der Wandlungen“; Weisheits- und Orakelbuch, das die asiatische Philosophie und die Kampfkünste stark beeinflusst hat. Natur-philosophische, <taoistische> Lebensauffassung.
Iki:
Willenskraft (durch) Atem; physikalische Form des Atems. <Ko-kyu> = nicht sichtbare, geistige (kosmische) Kraft (<Ki>).
Ikkyo:
erste Bewegung, erste Technik. 1. Aikido-Verteidigungstechnik am Boden (<Katame-waza>), Armstreckhebel-Haltegriff. <Ude-oase>.
Ikkyo-undo:
Einzeltraining des <Ikkyo>
Inou, Nariaki:
jap. Aikido-Pionier, Begründer des Shin’ei Taido und Neffe des Aikido-Begründers Ueshiba, Morihei; geb. 1902. Er lehrte <Aiki Budo> bis 1956 und wechselte dann zu Shinwa Taido, einem Vorläufer des Shin’ei Taido. <Taido>.
In (und) Yo:
jap. Bezeichnung für die chin. Symbole <Yin und Yang>.
Ippon:
ein Punkt, voller Punkt. Bedeutet auch: eins, einzel.
Ippon-geiko:
allgemeines Training (um einen Punkt). Im Gegensatz zum Spezialtraining.
Irimi
(Omote). Aikido-Prinzip; direkter (aktiver, positiver) Eingang zur Gleichgewichtsberechnung (<Kuzushi>) und Ausführung von Aikido-Techniken („innerer Eingang“). Aufnahme der Angriffsenergie vor ihrer vollen Entfaltung. <Nage> setzt dabei seine geistig-seelischen Fähigkeiten und körperlichen Möglichkeiten entschlossen, konzentriert und zielgerichtet ein. <Tenkan (Ura)>, <Kime>, <Sen-no-sen> und<Sen-sen-no-sen>.
Irimi-ate:
Irimi-Schlag oder Stoß.
Irimi-ho:
Vorführung zur Erlernung des inneren, direkten Eingangs; dabei Führen von Uke durch <Kokyu>, daher auch Kokyu-ho-irimi genannt.
Irimi-issoku:
Eingang mit einem einzelnen, gleitenden Schritt nach vorn.
Irimi-nage:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Innen- oder Eingangswurf. Grundlegende Aikido-(Wurf-) Technik, bei der Nage entschlossen schräg-vorwärts in die Angriffsbewegung eintritt. <Uke> wird aufgenommen, zentriert und spiralförmig um die stabilisierte Körperachse von Nage geführt. Angreifer und Verteidiger bilden in dieser Phase eine Einheit (Synthese der ursprünglichen Gegensätze). Die durch Kreisbewegung (Fliehkräfte) hervorgerufene Gleichgewichtsbrechung (<Kuzushi>) sowie die Reaktion des Angreifers auf die Führung (Kontrolle) werden durch nage verstärkend ergänzt; sie bewirken, dass der Angreifer nach hinten fällt. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade.
Ishin-denshin:
wörtlich „von Herzen zu Herzen“.

J

Jaku:
Stille.
Jigane:
Schneidefläche (Klinge) des Schwertes.
Jigo:
Abwehr, Verteidigung.
Jigo-tai:
Abwehr-bzw. Verteidigungsstellung; defensive Haltung bei sehr offener Fußstellung und abgesenktem Körperzentrum. Hidari-jigo-tai = linke Verteidigungsstellung. Migi-jigo-tai = rechte Verteidigungsstellung.
Jime/Shime:
würgen, Würgegriff.
Jin:
mildherzig, Wohlwollen.
Jin-no-kokyu:
dritte Stufe der Atem Meditation; der Atem des menschlichen Daseins.
Jitsu/Jutsu:
Kunst, Technik, Fertigkeit des handwerklichen Könnens.
Jiu-Jitsu:
<Ju-Jutsu>.
Jiu/Ju:
nachgehen, sanft ausweichen; das Kämpfen mit anderen Mitteln (ohne Waffen).
Jiyu:
frei sein, Freiheit (der verschiedenen Bewegungen). Freigewählte Angriffs- und Verteidigungstechniken.
Jiyu-geiko:
freies (zwangloses) Training. <Jiyu-waza>.
Jiyu-Ippon-Kumite:
halbfreier Partnerkampf in Budo-Disziplinen. Realer Angriff und kampfmäßige Abwehr. Ziel: Entwicklung des Gefühls für Distanz (<Ma-ai>) und den richtigen „Augenblick“ (engl. : Timing).
Jiyu-renshu:
freies Üben. <Randori>.
Jiyu-waza:
Oberbegriff für alle Formen des freien Angreifens und Abwehrens; Übungsform zur Kontrolle der Spontaneität und Antizipation (Automatisierung von Elementen, Techniken und Prinzipien des Aikido). – (Über-) Prüfungsfach bei Dan-Prüfungen wie folgt: 1. Dan: ein unbewaffneter Angreifer (Ju-no-geiko). 2. Dan: ein unbewaffneter Angreifer (Kakari-geiko). 3. Dan: zwei unbewaffnete Angreifer (Ju-no-geiko). 4. Dan: zwei unbewaffnete Angreifer (Kakari-geiko). 5. Dan: drei unbewaffnete Angreifer (Kakari-geiko). <Jiyu-geiko>.
Jo:
1,30 m langer und 2,2 cm dicker, runder Schlagstock (Stab) aus Hartholz. Ist Teil des Bo-Jitsu-Trainings und Übungsgerät (-Waffe) im Aikido. Bedeutet in der Wortverbindung: „oben“, z. B. <Joseki“,<Jodan>
Jobutsu:
Zen-Ausdruck für die Verwirklichung des eigenen <Buddha>-Wesens. <Butsu-Do> <Jodo>.
Jodan:
obere Angriffsstufe, obere Ebene, z. B. Kopf und Hals. Bedeutet auch: obere Rangstufe; Sammelbegriff für den 1. – 5. Dan-Grad (Meister-Grad)
Jodan-gaeshi:
Kreisbewegung mit dem <Jo>, gerichtet zum oberen Teil (Körperbereich) des Partners.
Jodan-no-kamae:
oberer Stand; Stellung der vorderen Schwerthand (<Tegatana>) im oberen Bereich (Kopf) des Partners.
Jodan-uke:
Abwehr in der oberen Stufe.
Jodan-zuki:
gerader Fauststoß zum oberen Körperbereich (Kopf, Hals) des Partners.
Jodo:
Verwirklichung des Weges (Do) auch <Jobutsu> genannt. Bedeutet auch: Weg des Stockes; Philosophie und Ethik im Umgang mit dem Jo (-Stab).
Jo-dori:
den Stock ergreifen; entwaffnen des Partners, der mit dem <Jo> angreift.
Jo-Jutsu:
Kunst (-Fertigkeit) des Stockkampfes.
Jo-Kata:
nach Inhalt und Form festgelegte, zeremonielle vorgetragene Serie von Angriffs- und Verteidigungstechniken mit dem Jo (-Stab).
Jo-sabaki:
ausweichen, verteidigen, werfen und festhalten des Partners mit dem Jo (-Stab). <Sabaki>.
Joseki:
obere Seite; Ehrenplatz für den Lehrer, Sitz der Jury. Gegenüber <Shimoseki> gelegen. Zur Dojo-Raumaufteilung und -Etikette gehörend.
Jo-Waza:
Oberbegriff für alle Angriffs- und Verteidigungstechniken mit dem <Jo> (Stab)
Jo-za:
andere Bezeichnung für <Kamiza>.
Ju:
wie „Jiu“ = sanft, geschmeidig, nachgehend, nach Prinzip des Nicht-Wiederstandes. Bedeutet auch: Zehn.
Juban-no-mal-ai:
richtiger (harmonischer) Abstand zwischen zwei Aikidoka.
Ju-Dan:
10. Meistergrad; höchste Gradierung in Budo-Disziplinen. Der erste offizielle 10. Dan des <Hombu-Dojo> wurde 1970 an <Tohei, Koichi> vergeben.
Judo:
„der sanfte Weg“, jap. Kampfsport, begründet und reformiert 1882 von Professor Kano, Jigoro; seit 1964 (Tokyo) Olympische Disziplin. Würfe, Bodentechniken (Festhalte-, Hebel- und Würgegriffe) oder Kampfrichterentscheid bewirken denn Sieg über den Gegner.
Juji:
quer, überkreuz, Kreuz.
Juji-garami:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Armkreuzwurf. Der Angreifer (<Uke>) wird vom Verteidiger (<Nage>) so zentriert und auf einer Kreisbahn geführt, dass er nach der Gleichgewichtsberechnung (<Kuzushi>) mit gekreuzten (juji) und blockierten (garami) Armen abgeworfen werden kann. Diese Technik eignet sich besonders gegen Angreifer von hinten. Ihre verletzungsfreie Ausführung bedingt eine sichere Beherrschung des <Ukemi>. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnung für Kyu-Grade.
Juji-nage:
Wurftechnik, bei der die Arme des Partners überkreuz gehalten werden.
Ju-Jutsu:
die Kunst der jap. Selbstverteidigung, die in ihrer modernen Ausführung auch Techniken aus dem Judo, Aikido, Karate und dem alten Jiu-Jitsu beinhalten
Jubi-taiso:
Vorbereitungstraining, z. B. für Kyu- und Dan-Prüfungen <Undo>.
Junin-gake:
Konfrontation einer gegen zehn; zehn nacheinander.
Junitsu:
Einfachheit, als Lebenseinstellung und technische Ausdrucksform.
Ju-no-geiko:
geschmeidig (weiche) Form der Technikausführung, beim Üben und im <Randori>.
Ju-no-ri:
Prinzip der Sanftheit und Güte.
Jushin:
Zentrum des Schwerpunktes und der Gravitation; Balance. <Hara>.
Jutsu:
<Jitsu>.

K

Kachi:
gewonnen, der Sieg.
Ka-dachi/Katachi:
Figur, Haltung, Form.
Kaeshi/Gaeshi:
Verkettung in Form einer Gegentechnik, Konteraktion, Abwehr eines Angriffs.
Kaeshi-waza:
Gruppe sämtlicher Verkettungen von Aikidotechniken im Sinne einer „Gegentechnik“.
Kaeshi-zuki:
Stoß mit dem Jo (-Stab) nach vorn.
Kai/Kwai:
Gemeinschaft von Gleichgesinnten, Gruppe, Schule.
Kaiden:
Meister-Zertifikat, letzte Lizenz.
Kaiso:
Initiator, Begründer. <Ueshiba>, Morihie wird so genannt, oder auch: <O Sensei>
Kaiten:
drehen, rotieren, rollen (wie ein Rad, um seine Achse).
Kaiten-nage (soto):
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Schleuderwurf (außen). Nage führt Uke an der Angriffs-(Waffen-) hand von außen (soto) auf der durch seine Körperachse zentrierten Kreisbahn. Die dabei durch Veränderung der Position sowie der Kreisbahnebene entstehende Fliehkräfte stören das Gleichgewicht des Angreifers (<Kuzushi>), der dann von Nage mit einer eintretenden (Irimi) oder ausweichenden (Tenkan) Bewegung geworfen wird. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnung für Kyu- und Dan-Grade.
Kaiten-nage (uchi):
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Schleuderwurf (innen). Die Technikausführung entspricht dem <Kaiten-nage (soto)> mit dem Unterschied, dass Nage (uchi) unter der Angriffs-(Waffen-) hand bzw. dem Arm „durchtaucht“. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade.
Kakari-geiko:
Übungsform; Training der Abwehr eines harten Angriffs. Randori unter Belastung gegen einen oder mehrere realistisch angreifende Partner. Kraftvolle Trainingsform.
Kake:
Abwurf, Niederwurf; Endphase einer Wurftechnik. Bedeutet auch: Schwertständer zur Anlage des <Katana>.
Kama:
Holz-Trainingsgerät (-Waffe) im <Kobudo> sichelförmig.
Kamae:
Aikido Element; Stand, Position, Stellung, Haltung, Vorbereitung. Hidari-kamae = linke Körperstellung, Grundstellung links-vorwärts. Migi-kamae = rechte Körperstellung, Grundstellung rechts-vorwärts. Bedeutet auch: die Haltung der Schwerthand Tegatana (s. d.), des <Jo> (Stabes) und des Schwertes.
Kami:
oberer Körper, oberhalb. Bedeutet auch: Gottheit des <Shinto>. Heilige Inspiration.
Kami-no-michi:
Weg der Götter, als Ideologie im <Shintoismus>.
Kami-sama:
letztes Prinzip des Universums (ein Begriff von O Sensei Ueshiba).
Kamiza:
oberer Sitz, hoher Sitz, Ehrenplatz, Residenz des Hausherren oder des Meisters, auch: Sitz der Götter. Zur Dojo-Raumaufteilung und -Etikette gehörend. Man verbeugt sich beim Kommen und Gehen im <Dojo> zur Kamiza (gegen-über Shomoza gelegen).
Kamiza-ni:
Ausrichten der <Aikidoka> zum oberen Sitz.
Kamiza-ni-rei:
Grüßen der <Aikidoka> zum oberen Sitz.
Kan-geiko:
hartes Wintertraining, ausgeführt meist am frühen Morgen, im Januar, unter erschwerten Bedingungen, im Freien oder/und im nichtbeheizten <Dojo>.
Kanji:
in Japan verwendete chin. Wortschriftzeichen.
Kannagara:
Strom Gottes; Fluss der kreativen Energie, von der Vergangenheit bis in die Zukunft.
Kannagara-no-michi:
Weg (<Do>) der japanischen Kaiser und Weg Gottes.
Kansetsu:
Gelenk, Knochengelenk. Tekansetsu = Handgelenk.
Kansetsu-waza:
Gruppe sämtlicher Hebelgriffe.
Kansha:
Dankbarkeit; gegenüber den Menschen und den Göttern.
Kao-zuki:
Schlag (Stoß) zum Gesicht.
Kari/Gari:
fegen, sicheln, schöpfen, löffeln.
Kashima Shinto-Ryu:
500 Jahre alte, traditionelle jap. Kampfsportschule. Der dort gelehrte Waffenkampf (mit <Bokken>, <Naginata>, <Yari> und <Bo>) beeinflusst das Aikido wesentlich <Aiki-Ken>
Kata:
wörtlich „Form“, „Modell“. Still- und Perfektionsübung, Kombinationsreihe, Schattenkampf, Zeremonie, Ritual, Zehlebration, Schauspiel, Tanz. Genau festgelegte, vorgeschriebene Übungen zum Zwecke der Selbstfindung und Demonstration; Pflicht-Vorführung als darstellender, sich offenbarender Charakter der Kampfkünste. Eine in verschiedene Bewegungen zerlegte Ästhetik, ein abgesprochenes Kampfspiel mit vorheriger Einstudierung des Siegers, gegen einen oder mehrere (auch imaginäre) Partner oder Gegner. Im Aikido: der Kata Ausführende beherrscht die Lebensenergie (im Gegensatz zu „Waza“ = Beherrschung der reinen Technik als Kunstfertigkeit und zu „Do“ = Huldigung des philosophisch-spirituellen Aspektes). <Aiki-no-Kata> Bedeutet auch: Schulter.
Kata-dori:
Angriffsart, Griff zur Schulter. <Morote-dori>.
Kata-dori men-uchi:
wie Kata-dori verbunden mit einem Handkantenschlag zu Nages Gesicht bzw. Vorderseite.
Katama/Gatame:
halten, festhalten, unbeweglich machen, Immobilisation.
Katama-waza:
Oberbegriff für alle Fessel-, Hebel-, Festhalte- und Bodentechniken – (Über-) Prüfungsfach bei Prüfungen ab 5. Kyu. Anforderungen siehe Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade. <Gatamae-waza>
Katana:
einschneidiges Langschwert mit leicht gekrümmter und extrem scharfer Klinge (für den trennenden Schlag). Die bevorzugte Waffe (Seele) des Samurai; wurde ein- und beidhändig geführt.
Kata-oshi:
drücken gegen die Schulter.
Katate:
eine Hand, ein Arm; einhändig ausführende Technik.
Kata-te-dori:
Angriffsart; Erfassen eines Handgelenkes oder eines Armes.
Kata-te-dori Kokyu-ho (Irimi):
Aikido-Elemente, Handbefreiung mit „positivem Eingang“.
Kata-te-dori Kokyu-ho (Tenkan):
Aikido Element, Handbefreiung durch ausweichende Körperdrehung, „negativer Eingang“.
Kata-te-ryo-te-dori:
Angriffsart; zwei Hände erfassen ein Handgelenk.
Katsu:
gewinnen, den Partner (Gegner) besiegen. Bedeutet auch: einen besonderen, einen lauten Schrei ausstoßen Oder die Kunst der jap. Wiederbelebung durch die Erweckung des Ki (chin.: Ch’i), siehe jeweils dort
Katsu-jin-ken:
existentieller Begriff, etwa „das Schwert gibt (oder nimmt) das Leben;“ Schütze das Leben des Gegners <Satsu-jin-ken>.
Kei:
System, Lehrmethode, technische Stilrichtung. <Ryu>.
Keiko/Geiko:
Übung, Training, Praxis.
Keiko-gi:
Trainings-(Übungs-) Bekleidung (bestehend aus Jacke, Hose, Gürtel und ggf. Hakama). <Budogi>
Ken:
Schwert, (Übungs-)Waffe. Bokken = Holzschwert, als Nachbildung des <Katana> Bedeutet auch: Faust, oder Zustand der Aktivität.
Kendo:
„Weg des Schwertes“; jap. Methode des Schwert- und Stockfechtens. Wird im <Dojo> mit dem <Shinai> geübt.
Ken-Jutsu:
die handwerkliche (rein technische) Schwertkunst; Vorläufer des Kendo.
Ken-kaku:
Fechtmeister. <Musashi>.
Kenkyo:
Vertrauen mit Bescheidenheit; eine Aikido-Tugend.
Ken-no-sen:
„Die Führung erreichen durch Eröffnung“; Kendo-Schwerttechnik: dem Gegner mit dem Angriff zuvorkommen.
Kensei:
Ehrentitel, weiser Mensch „Heiliger des Schwertes“; so wurde z. B. <Musashi, Miyamoto>, einer der berühmtesten Samurai Japans benannt. Bedeutet auch: Täuschung, Finte, Ablenkungsmanöver.
Kensei-waza:
Gruppe sämtlicher Täuschungstechniken.
Kensho:
Wahrheitsschau; das Erkennen der kosmischen Wahrheit; Erweckung, Erleuchtung. Eine Rinzai-Zen-Praxis. Ken = hineinschauen, sho = die eigene Natur, als Spiegel der Seele <Satori>.
Ken-tai-ichi-jo:
wörtlich „der Körper und die Waffe sind eins“.
Kensa/Gesa:
Schärpe, Teil der Bekleidung. Schräg-Revers der buddhistischen Mönchskleidung, große Woll-Stola, die während des <Sesshin> getragen wird.
Ki:
Begriff der asiatischen Philosophie mit der Bedeutung: Urkraft, unsichtbare Aktivität durch kosmische Energie (chin.: Ch’i); geistig-seelische Kraft, Atemkraft, Wille Persönlichkeit. Ki wird entwickelt durch im Hara konzentrierten physischen und mentalen Kräften und manifestiert sich in der Persönlichkeit, dem Vermögen zur geistigen und körperlichen Führung sowie in der effektiven und wirksamen Ausführung der Aikido-Technik. Siehe auch unter: <Kokyu> und <Haragei>
Kiai:
wörtlich „Geist-Bewegung“; durchdringender (oft lähmender) Schrei, der durch die Koordination der Atmung und der körperlichen Bewegung (Ki-Entfaltung) im Höhepunkt oder in der Endstellung einer Verteidigung (<kime>) gegen gefährliche Angriffe spontan aus dem <Hara> herausgepresst wird. Der Kiai macht die Einheit von Ki, Geist und Körper (Ki-shin-tai) deutlich und ist ein (warnender) akustisch-emotionaler Ausdruck der uneingeschränkten Bereitschaft zur Verteidigung.
Ki Aikido:
Erweiterung der Terminologie des Aikido von <Tohei, Koichi>.
Ki-awase:
Vereinigung des eigenen <Ki> mit dem des Partners (awaseru = zusammenbringen, verbinden).
Kihon:
Grundschule, Fundament der Budo-Disziplinen (hon = Basis, Ursprung).
Kihon-waza:
Gruppe der Budo-Grundtechniken.
Ki-ichi/Ki-itsu:
alles kehrt zu dem Einen zurück.
Ki-iku/kyu:
zweit Stufe der geistigen Entwicklung, hervorgerufen durch die Praxis des Zusammenwirkens der körperlichen und geistigen kraft.
Kiiro:
gelb.
Kiiro-obi:
5. Kyu-Grad = Go-Kyu (gelber Gürtel).
Kikai-tanden:
physischer und mentaler Schwerpunkt in der Körpermitte, ca. zwei Fingerbreit unterhalb des Nabels; Zentrum des Geistes und der Ki-Energie. <Hara>.
Kime:
lebenswichtige Punkte des menschlichen Körpers: Brennpunkt, Schwerpunkt, Zentrum, Konzentration. Bedeutet auch: Endstellung, Endpunkt und Phase einer Bewegung. Äußerster Einsatz mit voller Spannung und höchster, geistigen Energie (<Ki>).
Kimono:
langes, von einem Gürtel zusammengehaltenes jap. Kleidungsstück, mit weiten Ärmeln.
Ki-musubi/Ki-no-musubi:
vereinigen des eigenen Ki mit dem des Partners. <Ki-awase>. Bedeutet auch: Schwertübung von <Saito, Morihiro>.
Kinhin:
Periode oder Brücke zwischen dem sitzenden (passiven) <Za-zen> und dem beweglichen (aktiven) Za-zen des täglichen Lebens.
Ki-no-Kenkyu-kai:
Aikido-Organisation von <Tohei, Koichi>, gegründet 1971 in Japan.
Ki-no-michi:
betont verhalten (langsam) ausgeführte Aikido-Bewegungen des franz. Aikidomeisters Noro, Masamichi, um subtile Inhalte zu erfahren.
Ki-no-nagare:
Ki-(Energie) Fluss in fortschrittlichen Aikido-Techniken.
Ki-no-neru:
sich ständig mit seinem Ki bewegen (neru = gehen, bewegen), in allen Übungen und auch in alltäglichen Handlungen.
Kiri:
schneiden, spalten. Bedeutet auch: Hieb mit der Schneidefläche einer Waffe.
Kiri-gaeshi:
seitlich ausgeführte Schwerthiebe, links und rechts, ständig wiederholend.
Kiri-kami:
erstes Aikido-Zertifikat.
Kiri-oroshi:
Schwertgriff. Bedeutet auch: spalten, trennen.
Kiritsu:
Achtungsstand; Fersen zusammen und Zehn 45 Grad auseinander stehend.
Kiso:
Grundlage, Fundament, Basis. „Kihon“.
Kiso-geiko:
das Training von einfachen Elementen und Grundtechniken.
Kiso-ku:
die Atmung verlängern.
Kissaki:
Schwertspitze.
Kitai:
die Gesamtheit der inneren Kräfte und Energien des Menschen.
Kito:
aufstehen und fallen; Fallschule. „Ukemi“.
Ki-wo-kiru:
Unterbrechung des Ki-Flusses. Der Übende ist abgelenkt, unkonzentriert (kiru = abschalten).
Ki/Yorokobi:
Freude, als äußerer Ausdruck des <Ki>.
Ko:
klein (z. B. Ko-uchi-gari = kleine Innensichel im Judo).
Koan:
geistiges und existentielles Problem; meistens unlogische und unter intellektuellen Aspekten wiedergegebene, oft (bewusst) sinnlose Zen-Worte und -Sätze, als Meditationsform zur Findung des reinen geistigen Wesens. „Öffentliche Bekanntmachung“ und Konzentrationshilfe. Im Zen-<Buddhismus>: Fragen und Antworten des Meisters, über die der Schüler meditiert, um zur Erleuchtung (<Satori>) zu kommen. Zen-Dialog; das ganze tägliche Laben ist ein Koan.
Kobudo:
wörtlich „kleiner Krieger-Weg“. Traditionelle jap. (aus Okinawa stammende) „kleine“ Waffenkunst und -Handhabung mit <Nuchaku>, <Tonfa>, <Sai> und <Kama>. Sammelbegriff ursprünglicher Werkzeuge, heute Übungsgeräte in Budo-Disziplinen.
Kobukan-Dojo:
Name für die erste, im Jahre 1931 von Ueshiba, Morihei gegründete Trainingsstätte in Shinjuku, Tokyo.
Ko-dachi:
kleines Schwert, Kurzschwert. <Wakizashi>.
Kodansha:
Kampfsportmeister ab 5. Dan-Grad aufwärts.
Ko-daore:
den Partner (Gegner) durch eigenen Sturz täuschen. <Sutemi>.
Ko-Do:
der wahre „Weg“ der Götter.
Kodokan:
wörtlich „Lehr-Weg-Halle“. „Dojo des Kano“ (Begründer des Judo). Judo-Zentral-Institut und Welt-Hauptquartier in Tokyo.
Kogeki:
Angriff, Konfrontation.
Kogeki-ho:
Angriffsweise.
Kohai:
Junior, der Jüngere, der Auszubildende in den Budo-Disziplinen; Aikido-Schüler. <Sempai>.
Koho:
rückwärts, nach hinten.
Koho-barai:
Fegebewegung mit dem Jo (-Stab).
Koho-tento-undo:
Fallübung, Rolle rückwärts. Auch Koho-ukemi-undo oder <Ushiro-ukemi> genannt.
Kojiki:
Annalen des Altertums, älteste jap. Chronik der Mythologie (wurde von Ueshiba, Morihei oft interpretiert). Berichte über die Urgeschichte Japans, 712 n. Chr. Verfasst. Danach besiegte Tate-Mika-Zuchi den Sohn des Okuni-Nishino-Kami, der Japan besetzt hatte, in einem entscheidenden Ringkampf, wodurch der jap. Rasse der Vorrang auf der Insel Nipon erhalten bleibt. In dieser Schilderung sehen viele Japaner den Beweis dafür, dass es schon damals eine art der Selbstverteidigung gegeben haben muss. Die Kojiki berichtet ebenfalls über den besten Ringer der damaligen Zeit, Tomaketsu, Hayato (23 v. Chr.), der von seinem Gegner <Nomi-no-Sukune>, (der Ur-Vater des Jiu-Jitsu) besiegt wurde.
Kokoro:
Herz, „Sprache des Herzens“, zwischen Lehrer und Schüler, Nage und Uke, als einer der Prinzipien des Aikido. Bedeutet auch: Seele, Gefühl, innere Haltung.
Kokutsu-dachi:
Rückwärtsstellung, mit dem Gewicht auf dem rückwärtigen (hinteren) Bein.
Ko-kyu:
zentraler Begriff der geistigen Kraft und die inneren Energie (<Ki>) die in einer Aikidotechnik zum Ausdruck gebracht ist und oft äußerlich nicht sichtbar ist (im Gegensatz zur reinen Muskelkraft). Strom der als Atemkraft manifestierten geistig-seelischen Kraft, die jede Aikidotechnik begleitet und die den Menschen durch bewusst gelenkte Atemkraft vervollkommnet (Ko = einatmen, kyu = ausatmen).
Ko-kyu-dosa:
verschiedene Übungsformen zur Entwicklung der Atemkraft (Kokyu).
Kokyu-ho:
Weg und Möglichkeit, andere durch Kokyu zu führen (abstrakt) oder auch Überwindung der wirkenden kraft, Atemkraftübung (konkret). Der Angreifer wird körperlich und/oder geistig durch Kokyu geführt und beeinflusst. Bedeutet auch: Training der Atemkraft und Entwicklung des <Ki> durch spezielle Übungen im Stand oder aus dem Kniesitz (<Suwari>).
Kokyu-ho aus Za-ho:
Aikido-spezifische Atemkraftübung aus dem Kniesitz. Uke greift mit <Kata-te-ryo-te-dori> an und wird von nage auf den Rücken oder die Seite geworfen. Ziel der Übung ist die Optimierung des Aikido sowie die Stärkung der Atemkraft und ihre effektive Überztragung auf den Angreifer.
Kokyu-ho (irimi):
<Kata-te-dori Kokyu-ho (Irimi)>.
Kokyu-ho (Tenkan):
<Kata-te-dori (Tenkan)>.
Kokyu-nage:
Fähigkeit, den Angreifer durch Kokyu zu werfen. Fortschrittliche (meisterliche) Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Atemkraft-Wurf. Nage nimmt Uke durch spontanes und ergänzendes <Sabaki> auf und absorbiert (neutralisiert) dessen Angriffsenergie. Durch die daraus resultierende Gleichgewichtsbrechung (<Kuzushi>) entsteht ein Kräftevakuum, das Nage durch den konzentrierten Einsatz seiner Atemkraft (Kokyu) explosionsartig ausfüllt. Der Angreifer wird ohne Hebel, Übersetzung oder Verstärkung (Druck auf den Nervenpunkt, <Atemi>) ausschließlich durch den Einsatz der Atemkraft (Kokyu) geworfen. Die effektive Ausführung dieser Wurftechnik bewirkt eine sichere Beherrschung aller Elemente und Prinzipien des Aikido. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnung für Dan-Grade.
Kokyu-roku:
die wirkende (lenkende) Kraft, die aus dem wahren Kokyu entströmt.
Kokyu-ryoku:
Neutralisation der Angriffskraft und ausnutzen der eigenen (Atem-) Kraft durch Übung des Kokyu.
Kokyu-ryoku:
Neutralisation der Angriffskraft und Ausnutzung der eigenen (Atem-) Kraft durch die Übung des Kokyu.
Kokyu-tanden-ho:
eine <Musubi>-Übung, in der der eigene Rhythmus der vitalen Energie mit dem des Partners in Einklang gebracht wird.
Konfuzius:
bedeutender chinesischer Philosoph, lebte 551 bis479 v. Chr.; latinisierter Name des Kong tse oder Kon fu tse. Der Konfuzianismus (weltanschauliche und staatspolitische Geisteshaltung) hat wesentlich das jap. Sozialsystem geformt und gilt u. a. als eine der prägenden Grundlagen des <Bushido>.
Kosa:
überkreuzen, Kreuzung.
Kosa-dori:
Kreuz-Griff.
Koshi/goshi:
Hüft, Taille. Bedeutet auch: Fußballen, als Angriffs-„Waffe“, vom Knöchel abwärts, ähnlich „Seiken“. Wird benutzt, um einen Angreifer zu treffen, der frontal gegenüber steht.
Koshiki:
formell, förmlich, antike Form.
Koshi-nage:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Hüftwurf. Der Angreifer wird durch angepasstes <Sabaki> aufgenommen und von Nage nach der Gleichgewichtsbrechung (<Kuzushi>) durch den Einsatz der Hüfte (Koshi) aus dem Stand oder dem Kniestand (<Za-ho>) geworfen. Uke absorbiert die Bewegungsenergie seines fallenden Körpers durch Mae- oder Yoko-ukemi. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade.
Koshi-nage-hiji-garami:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Armkreuzdreh-Hüftwurf. Im Unterschied zum <Koshi-nage> sind bei dieser Technik die Handgelenke des Angreifers beim Abwurf über die Hüfte (Koshi) unbeweglich gemacht (garami). Diese Haltung ergibt sich zwangsläufig bei Angriffen von hinten, wenn Nage den Angreifer während des <Sabaki> ständig mit sicherem griff kontrolliert. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnung für Kyu-Grade.
Koshi-nage-kote-hineri:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stande (<Nage-waza>); Handdrehhebel-Hüftwurf. Im Unterschied zum <Koshi-nage> setzt nage bei dieser Technik bereits in der ersten Phase des <Sabaki> einen „unterstützenden“ <Kote-hineri> ein. Dadurch werden sowohl die Gleichgewichtsbrechung (<Kuzushi>) als auch der Abwurf über die Hüfte (Koshi) verstärkt. Diese Technik ist bei Fass- und Würgeangriffen von hinten auch bei körperlich starken Angreifern sehr wirksam. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnung für Kyu- und Dan-grade.
Kote:
Handgelenk, Unterarm. Auch Tekan-setsu oder <Te-kubi> genannt. Bedeutet auch: Unterarm- und Hand Schutzausrüstung im <Kendo>.
Kote-gaeshi:
Aikido-Verteidigungstech-nik im Stande (Nage-waza); Handge-lenkaußendrehwurf. Nage übernimmt nach dem Eintreten oder Ausweichen (Sabaki) die Angriffs-(Waffe-) hand und führt sie auf einer durch die eigene Körperachse zentrierten Kreisbahn. Durch Veränderung der Position sowie der Kreisbahnebene entstehende Fliehkräfte, die das Gleichgewicht des Angreifers (Kuzushi) stören. Dieser wird dann von Nage mit einer eintretenden(Irimi) Bewegung unter starker Beugung des Handgelenkes geworfen und kann am Boden festgelegt bzw. entwaffnet werden. Hinsichtlich des Einganges und der Ausführung sowie des Abwurfes oder der Neutralisation sind verschiedene Varianten möglich. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade.
Kote-gaeshi-undo:
Einzelübung zum trainieren des <Kote-gaeshi>.
Kote-gaeshi-undo:
Vorübung zur Stärkung der Handgelenke und wirksameren Ausführung des Kote-gaeshi.
Kote-giri:
„schneiden“ des Handgelenkes.
Kote-hineri:
Aikido-Verteidigungstechnik am Boden (<Katmae-waza>); Handdrehhebel-Haltegriff. Der leicht gebeugte (abgewinkelte) Arm des Angreifers wird in seiner Längsachse so verdreht, dass die Hand-Ellenbogengelenke blockiert sind und eine Gleichgewichtsbrechung (<Kuzushi>) eintritt. Uke wird dann auf einer spiralförmigen Bahn auf den Boden geführt und durch den stehenden oder knienden Nage mit einer Hebeltechnik festgelegt. Führt der Angreifer eine Waffe, dann können sich die Techniken zur Entwaffnung anschließen. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnung für Kyu- und Dan-Grade. <Sankyo>.
Kote-hishigi:
Handgelenkhebel.
Kote-mawashi:
2. Aikido-Verteidigungs-Technik am boden (<Katame-waza>); Armdrehhebel-Haltegriff. Die hand- und Ellenbogengelenk des Angreifers werden durch <Sabaki> und sichere Führung in Z-Form abgewinkelt sowie so gedreht und verhebelt, dass eine schmerzhafte Gleichgewichtsbrechung (Kuzushi) mit „Fall“ nach vorne oder hinten eintritt, der eine Festhaltetechnik am Boden oder eine zwingende Öffnung der „Waffenhand“ folgt. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade <Nikyo>.
Kotodama:
„der Geist des Schwertes“; erfahrbar durch spirituelle Vibration in der Bewegung. Eine antike <Shinto-Medi­tations­form>.
Kotsu:
Geist, Wissen sowie Extrakt und Essenz des Trainings. <Do> und <Tao>. Bedeutet auch: Kniff, Griff, Geschicklichkeit.
Ko-waza:
Technikanwendung bei kleiner Reichweite, auf kurze Distanz.
Ku:
Leere; sie existiert ohne Substanz und ist unsichtbar. Im Gegensatz zu: Shiki = das Sichtbare und Fassbare. Bedeutet auch: neun.
Kuatsu:
Siehe unter: <Katsu>.
Kubi:
Hals, Nacken, Genick.
Kubi-shime/Yokomen-uchi:
Angriffsart (Doppelangriff), Würgen mit schrägem Schlag von vorne. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnung für Kyu-Grade.
Kuchi:
Mund, Maul.
Ku-Dan:
9. Meistergrad, roter Gürtel.
Kuden:
mündliche Überlieferung von Wissen und Lehren (vom Meister an den Schüler, vom Älteren an den Jüngeren).
Kumi:
nehmen, ergreifen, festhalten, Griff. <Dori>.
Kumi-iai:
Schwertpraxis, bei der beide Partner ihr Schwert aus der Scheide ziehen, eine Bewegung damit ausführen und dann das Schwert zurückführen. <Iai-Do>.
Kumi-jo:
„zusammen-flechten“ der Jo (-Stäbe); Übungen Stock gegen Stock durch Anwendungen fortschrittlicher Stock-techniken.
Kumi-tachi:
„zusammen-flechten“ der Schwerter; Übungen Schwert gegen Schwert durch Anwendung fortschrittlicher Schwerttechnik.
Kumite:
Kampf, Wettkampf, Kampfschule, Kampftraining.
Ku-no-ji-giri:
Schwerthieb in der Form einer „9“.
Kurai:
Geheimnis, inneres Seins.
Kurai-dori:
„greifen“ bzw. überwachen des gegnerischen Bewusstseins; geistige Kontrolle des Angreifers.
Kuro:
schwarz.
Kuro-obi:
schwarzer Gürtel, äußeres Zeichen der Gradierung eines Budo-Meisters; 1. – 5. Dan-Grad.
Ko Soku Ze Shiki:
buddhistischer Lehrsatz, bedeutet etwa „Materie (Erscheinungen) ist Leere und Leere wird zu Erscheinungen“, wobei das Zeichen „ku“ auch wie „kara“ (Leere) ausgesprochen wird und „Wahrheit“ bedeutet.
Kuzure:
Variation, Abart, „gelockert“ (variable) Technik. Bedeutet auch: in zwei Teile zerbrochen, zerstört, aus dem Gleichgewicht bringen.
Kuzushi:
Gleichgewichtsbrechung, labile Stellung. Bedeutendes Element des Aikido, das u. a. die Wirksamkeit jeder Technik bestimmt. In der Phase des Kuzushi kann der Angreifer seinen Körper und die körperlich geführten Waffen nicht mehr als „Werkzeug“ seines aggressiven Geistes einsetzen. Aus dieser „hilflosen“ Stellung wird er mit einer „belehrenden“ Technik (Wurf oder Hebel) entlassen oder am Boden fixiert.
Kyo:
Gruppe (von Techniken), aufgeteiltes System.
Kyo-ju-dairi:
techn. Assistent; hochgraduierter Meister des Daito-Ryu Aiki-Jujitsu von <Takeda, Sokaku>.
Kyu:
Rang, Klasse, Schülergrad. Rok-Kyu = 6. Schülergrad (weißer Gürtel), Go-Kyu = 5. Schülergrad (gelber Gürtel), Shi-Kyu = 4. Schülergrad (orangener Gürtel), San-Kyu = 3. Schülergrad (grüner Gürtel), Ni-Kyu = 2. Schülergrad (blauer Gürtel), Ik-Kyu = 1. Schülergrad (brauner Gürtel).
Kyudo:
traditionelles jap. Bogenschießen.

L

Lama
(tibetisch): der Höherstehende; der religiöse Meister, dem der Schüler Achtung entgegenbringt (Begriff des tibetischen Buddhismus).
Laotse:
Ehrenname („Der alt Meister“) des chin. Philosophen Li Po-yang. Er lebte von 604–520 v. Chr. Und war neben <Konfuzius> einer der größten chin. Denker. Nach Laotse liegt die Vollkommenheit in der Vereinigung mit dem Tao. Laotse formte die Menschen; Konfuzius formte den Staat. <Taoismus> und <Tao-te-king>.
Li
(chin.) die kosmische Ordnung, das Absolute. Selbstachtung und Etikette als Verhaltensvorbild.
Lotos
(Sanskrit): asiatisches Reinheits-Symbol (der Lotos-Blume), Wappen. Bedeutet auch: Position, überkreuzte Beine, Meditations-Sitz, geeignet für <Za-zen>. <Agura>.
Lütsung
(chin.) Schule der Disziplin im chin. <Buddhismus>.

M

Ma:
Zwischenpause. Bedeutet auch: gerade, gerade nach hinten.
Ma-ai:
harmonische Distanz (Entfernung), als optimaler (erfolgbestimmter) Abstand zwischen <Nage> und <Uke>. Wesentliches Element des Aikodo, das insbesondere bei der Abwehr bewaffneter Angreifer wichtig ist. Bedeutet auch: die Beherrschung (Kontrolle) der geistig-seelischen, räumlichen und zeitlichen Distanz zum Partner, als Grundvoraussetzung für „jede Art von Führung“ <Ai-hanmi> und <Gyaku-hanmi>.
Mae:
vorne, vorwärts, frontal.
Mae-ashi:
vorderes Bein, vorgestellter Fuß
Mae-gi:
den Abstand (<Ma-ai>) schätzen.
Mae-ukemi:
Aikido-Element, Vorwärtsfallen (-rolle). <Ukemi> und <Cuhgaeri>.
Make:
verloren, Niederlage.
Make-kata:
Verlierer.
Makeru:
verlieren, besiegt werden, unterliegen.
Maki:
einrollen, eindrehen (z. B. in eine Wurftechnik).
Makoto:
Wahrheit, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, als Prinzip des Aikido. Wahrhaftigkeit, als meisterliche Tugend und als technische Ausdrucksform.
Makoto-no-kokyu:
Atem der Wahrheit; Atmungs-Meditationsform.
Makoto-no-michi:
Weg der Wahrheit.
Mamoru:
sich verteidigen, sich schützen. Sokogu-no-teki-wo-fusegu = das Vaterland gegen Feinde verteidigen. Bo- gyo = Verteidigung gegen äußere Gewalt. Bogyo-no-sochi = Verteidigungsmaßnahmen.
Manmae-kuzushi:
Gleichgewichtsbrechung nach vorne.
Mannaka-ni-haite:
Aufruf „ in die Mitte der Übungsfläche kommen!“.
Mantra
(Sanskrit): „geistig erregt sein“; Bezeichnung für Zaubersprüche, magische Opferformeln und Gebete. Anrufen einer Gottheit. Silben oder Silbenkombinationen, der bei häufiger Wiederholung eine das Bewusstsein transformierende Kraft innewohnt. <Mudra>.
Manzoku:
Zufriedenheit.
Maru:
Kreis, Aikido-Prinzip. <Dokan> und <Enso>.
Marui:
rund, kreisförmig, zirkulierend; als Grundprinzip der Aikido-Technik.
Mate:
Aufruf „warten!“, „lösen!“, „aufhören mit der Übung!“.
Ma-ushiro-kuzushi:
Gleichgewichtsbrechung nach hinten.
Maware-hidari:
(Technikausführung) links-herum.
Maware-migi:
(Technikausführung) rechts-herum.
Mawaru:
sich drehen, herumdrehen.
Mawashi:
Halbkreis.
Me:
Augen, vitaler (Atemi-)Punkt.
Men:
Kopf, oberster Punkt.
Men-kyu:
Zertifikat, Lehrer-Lizenz.
Men-kyu-uchi:
höchstes Zertifikat (Diplom) für den fortgeschrittenen meister.
Me-no-tsuke-kata:
Stellung der Augen. Wichtig in der „Körpersprache“ des Aikido.
Men-uchi:
frontaler (Schwert-) Schlag auf die Stirn, von oben nach unten.
Metsuke:
Blick, Wahrnehmung, Punkt der Beobachtung; „das Auge auf den Angreifer (auf etwas) richten“. Auge in Auge, ohne an einem bestimmten Punkt zu haften. Dies ermöglicht ein größeres Blickfeld und ein erweiterte Wahrnehmung.
Michi:
Weg (im Sinne von Richtschnur), Grundsatz, Lehre, Philosophie (der große Weg hat keinen Anfang und kein Ende). Bedeutender und unfassender Begriff der jap. Geistesgeschichte. Der hieraus resultierende ethisch-moralische Aspekt ist Grundlage auch in den Budo-Disziplinen Judo, Karate-Do, Kendo, Aikido und Kyundo <Do> (sino-jap.) und <Tao> (chin)
Midori-obi:
3. Kyu-Grad, San-Kyu (grüner Gürtel).
Migi:
rechts, nach rechts, rechte Seite.
Migi-atosumi-kuzushi:
Gleichgewichtsbrechung nach rechts hinten.
Migi-eri-dori:
ergreifen des rechten Revers des Partners.
Migi-jigotai:
rechte Verteidigungsstellung.
Migi-ashi-dachi:
Stellung mit dem Standbein rechts.
Migi-ashi-mae-kosa-dachi:
Überkreuzstellung rechts.
Migi-kamae:
Aikido-Element; rechts Vorwärtsstellung.
Migi-kokutsu-dachi:
Rückwertsstellung rechts.
Migi-maesumi-kuzushi:
Gleichgewichtsbrechung nach rechts.
Migi-shinzentai:
rechte Angriffsstellung, rechte natürliche Grundstellung.
Migi-yoko-kuzushi:
Gleichgewichtsbrechung nach rechts.
Misogi:
<Shinto>-Reinigungsritual Reinigung von Körper, Geist und Seele durch spirituelle, asketischen und meditativen Praktiken; auch durch Wasser, durch Fasten, durch Atmung und Training, zur Erreichung des Zieles: Körper und Geist zu vereinigen und damit zu vervollkommnen. <O Sensei Ueshiba, Morihei> sagte dazu: „Misogi wa keiko desu“ = Training ist Reinigung.
Mitori-geiko:
lernen mit den Augen; Training durch Beobachtung und Nachahmung (motosu = durchschauen). <Metsuke>.
Mizo-ochi:
Spolar-Plexus, „Sonnengeflecht“, vitaler (Atemi-) Punkt in der Brustmitte.
Mizo-no-kokoro:
wörtlich „sein wie Wasser“, sich allem anpassen und doch alles formen.
Mochi:
nehmen, ergreifen, Griff; mit den Händen festhalten.
Mochizuki, Hiroo:
berühmter Karate- und Aikidomeister und -Pionier, 7. Dan Yoseikan, geb. 1936. Re führte ab 1964 das Aikido in Frankreich ein und entwickelte einen Randori-Kampf mit Punktvergabe.
Moko/Damaru:
Schweigen. Nicht reden (sondern arbeiten).
Mokuroku:
Katalog, Aufzählung von Techniken. Bedeutet auch: Lehrer-Lizenz (Diplom).
Mokuso:
Meditation, Konzentration, „schweigendes Denken“. Kommando des Lehrers beim Trainingsbeginn und am Ende im <Za-ho>. Mokuso-yama: Ende der Konzentration (Augen wieder öffnen).
Mokuteki:
Ziel, Zweck, Motivation. Zur Dojo-Ethik gehörend.
Mokuto:
wörtlich „still beten“; absolute Konzentration bei der Ausführung einer Technik oder bei der Meditation.
Mondo:
Lehrgespräch; regelmäßige Zusammenkunft aller Mitglieder eines Dojos mit ihren Lehrern zum Zwecke des persönlichen Kennenlernens. Besprechung wichtiger Dinge und „geistiger Fragen“. Sammlung, Konzentration, Meditation, Zen-Dialog zwischen Meister und Schüler. <Koan>.
Montei:
Lehrling, Lernender der Budo-Disziplinen. <Koan>.
Morote:
beidseitig, mit beiden Händen. Morote-awase-uchi = beidhändiger Schlag. Morote-awase-uke = beidhändige Abwehr, Morote-awase-zuki = beidhändiger Stoß. Bedeutet auch: begeistert zustimmen.
Morote-dori:
Angriffsart; Griff mit beiden Händen zum rechten und linken Handgelenk des Partners. <Kata-te-ryo-te-dori>.
Morote-waza:
Oberbegriff für alle Grundtechniken zur Verteidigung gegen zwei gleichzeitige Angriffe mit beiden Händen (Kata-te-ryo-te-dori). – Prüfungsfach bei der Prüfung zum 5. Dan. Anforderung siehe Prüfungsordnung für Dan-Grad. <Ni-nin-gake>.
Moto-no-ichi:
Aufruf „zurück zur Ausgangsposition“.
Mu:
das absolute Nichts; nicht verhaftet sein (gilt im materiellen und geistigen Sinne), Leere, als Voraussetzung zur Erlangung des <Satori>. Die formlose Form des <Dharma>; chin. = Wu.
Mudansha:
Träger eines Kyu-(Schüler-) Grades, Lernender. Im Gegensatz zu Yudansha = Träger eines Dan-(Meister-) Grades.
Mudo:
„Weg des nichts“; Prinzip der Geistesgegenwart, bei dem „kein Hauch zwischen Denken und Handeln“ besteht, wenn es dearum geht, mit der Praxis in unmittelbare Wechselwirkung zu kommen, um aus ihr selbst, aus der aktuellen Wirklichkeit, die Orientierung zu gewinnen. Dieser Kern der Budo-Disziplinen ist nicht an ein bestimmte Technik gebunden; er kann auch im Alltag verwirklicht werden.
Mudra
(indisch): Siegel, Zeichen, Merkmal. Bestimmte Hand- und Fingerstellungen von magischer, mystischer und Symbolischer Kraft und Bedeutung. Sie sind körperlicher Ausdruck eines bestimmten Bewusstseinszustandes. Diese Fingerzeichen werden auch im jap. <Buddhismus> benutzt und sollen, zusammen mit den <Mantras>, die Wirksamkeit des Vorgetragenen Rituals sichern.
Muga:
Selbstlosigkeit, diszipliniertes Ego, als meisterliche Tugend.
Mune:
Brust, Brustkorb. Bedeutet auch: Rückseite des Schwertes.
Munen-muso:
Verteidigung (Aktion), „ohne Vorstellung, ohne Gedanken“; im wesentlichen Sinne: Antizipation, Spontaneität. Buddhistischer Begriff: „Nicht-Ich“ („Es“ handelt). Jede Verteidigung erreicht in diesem Zustand die vollkommene Natürlichkeit.
Mune-tori:
Angriffsart, Griff am Jacken-Revers.
Mune-zuki:
Angriffstechnik; gerader Stoß zum Brustkorb (Solar Plexus).
Musashi, Miyamoto:
berühmter jap. Schwertkämpfer und Samurai; historisch-authentische Gestalt, lebte von 1584 bis 1645. Zen-Philosoph und „Beschützer des einfachen Volkes“ Autor des <Go-rin-no-sho>.
Musha Shugyo:
„Irrfahrt“, Umherschweifen, Wandern des <Samurai> oder des <Budoka>, von einem <Dojo> zum andern, um sich an wechselnden Gegnern oder Partnern zu messen bzw. andere Systeme, Stilrichtungen und Lehrer zu studieren.
Mushin:
absolute Gelassenheit, Absichtslosigkeit (Es, das Unbewußte, wirft). Abgeschiedenheit des Geistes, Unschuld.
Mushin-Do:
Weg des unerschütterlichen Gleichmutes; unbeteiligt, unberührt, ohne jegliche Gefühlsbewegung. <Mu>.
Mushin-mu-gamae:
leerer, offener Geist oder (empfangende) Körperhaltung. Gebräuchliche Bezeichnung von <Tomiki, Kenji>.
Musho-toku:
das „Nichteinkommen“, d.h. kein Gewinnstreben in der Auseinandersetzung (und im Leben); nicht materielles, sondern ideelles Handeln.
Musubi:
Knoten, Schleife, Spirale. Bedeutet auch: vereinigen, (harmonisch) zusammenführen.
Musubi-dichi:
Normalstellung mit geschlossenen Fersen. Abwartende, formlose Bereitschaftsstellung.
Myoyo:
geistige Kenntnisse, Wissen, mentale Fähigkeiten.

N

Nagare:
fließen, strömen. Die ununterbrochene Anwendung von <Ki> während der Ausführung einer Aikido-Technik.
Nagare-gaeshi:
zwei Schläge in fließender Bewegung (Aufeinanderfolge) ausführen.
Nafuda-kake:
Namensbrett, Hinweisschild im <Dojo>.
Nage:
werfen, Wurf. Bedeutet auch: Abwerfender, Werfender, Angegriffener. <Tori>.
Nage-Waza:
Oberbegriff für alle Aikido-Wurftechniken im Stand und Kniestand (Hanmi-hanschi) (Über-) Prüfungsfach ab 5. Kyu. Anforderungen siehe Prüfungsordnungen Kyu- und Dan-Grade. <Tachi-waza> und<Te-waza>
Naginata:
Lanze mit krummer Klinge an der Spitze; Hellebarde. Bevorzugte Waffe der weiblichen Samurai; heute Trainingsgerät der Jap. Frauen im Naginata-Do (Weg der Naginata).
Nai-kann-kyo:
Ruhe und Bewegung. Der Blick nach innen, während des Trainings. Konzentration auf die prägenden Inhalte des Weges (Do).
Nakae:
Aufforderung „zur Mitte“ (der Übungsfläche.
Nakajo:
ältere Bezeichnung für <Nikyo>.
Naname-ni:
schräg, diagonal, quer zur Übungsfläche.
Narabi:
Aufstellung, Reihe, Seite an Seite.
Natsu-geiko:
externes Sommertraining zur Mittagszeit und bei größter Hitze (Natsu = Sommer). <Shuchu-geiko>.
Nehan:
jap. Bezeichnung für: <Nirwana>.
Nen:
Konzentration, Blick auf einen (bestimmten) Punkt.
Ne-waza:
Gruppe der Bodentechniken im Judo. Im Aikido: <Katame-waza>.
Ni:
Zwei.
Ni-Dan:
2. Meistergrad, schwarzer Gürtel.
Nihon/Nippon:
Japan.
Nihon-Aikido-Kyokai:
Japanischer Aikido-Verband.
Nihon-zenshin-zengo-kiri:
Grundbewegung der Schwertkunst (zwei Schritte vorwärts, drehen und schneiden).
Nikyo:
zweite Bewegung, zweite Technik. 2. Aikido-Verteidigungstechnik am Boden (<Katame-waza>); Armdrehhebel-Haltegriff. <Kote-mawashi>.
Ni-Kyu:
2. Schülergrad, blauer Gürtel.
Ni-nin-dori:
Freistil-Aikido mit 3 Partnern, im <Tomiki-Aikido>.
Ni-nin-gake:
<Nage> wird von zwei Partner am linken und rechten Handgelenk festgehalten. <Morote-waza>.
Ninjitsu:
ein umfassendes System verschiedener Angriffs- und Verteidigungskünste sowie ergänzende Techniken (z. B. Klettern, Täuschen, tarnen). Technische und geistige (erzieherische) Grundlage für die Ausbildung der Ninja, die Spezialaufträge übernahmen und kompromißlos ausführen.
Nin/Shinobu:
Geduld mit sich selbst und mit anderen.
Nirwana
(Sanskrit): erlöschen, verwehen; Auflösung des menschlichen Seins als erhoffter Entzustand des gläubigen <Buddhisten>. „Himmel der Buddhisten“. Ins Nirwana geht nach langer und leidvoller Seelenwanderung derjenige ein, der alle irdischen Begierden in sich abgetötet hat und nicht mehr wiedergeboren wird. Jap: Nehan.
No:
der, des (sprachlich. : Genitiv).
Nocquet, Andrè:
führender europäischer Aikido-Meister und -Pionier (8. Dan-Aikido und 4. Dan-Judo), geb. 1914. Er war von 1955 bis 1957 direkter Schüler des Aikido-Begründers <O Sensei Ueshiba, Morihei> und wurde von diesem mit der Verbreitung des Aikido in Europa beauftragt. In der Verfolgung dieser Pflicht gründete er in Frankreich einen nationalen Aikido-verband und führt seither in vielen europäischen Ländern regelmäßig Lehrgänge für hochgradige Aikidoka aus. Nocquet war langjähriger Technischer Direktor der 1972 gegründeten Union Europèenne d’Aikido (UEA) und ist deren amtierender Präsident. Seit 1977 ist er auch Ehrenpräsident des Deutschen Aikido-Bundes e. V. und hat dessen Gründung vorbehaltlos gefördert und seine technische Entwicklung beeinflußt. Leben und Wirken des Nocquet sind durch eine strenge geistige Bindung an seinen verstorbenen Lehrer Ueshiba bestimmt. Er gilt daher als überzeugter und konsequenter Verfechter des klassischen Aikido. Wegen seiner menschlichen und fachlichen Qualitäten ist Nocquet ein geachteter lehrer vieler ranghoher europäischer Aikido-Meister. Für seine besonderen Verdienste um die Verbreitung des Aikido in Europa wurde er vielfach geehrt und ausgezeichnet. So wurde er 1982 in Frankreich zum „Chevalier de I’Ordre National du Mèrite“ ernannt.
Nogare-Kata:
Ausweich-Methode; Form des Rückzuges, des Entkommens, des Flüchtens (vor einem Angriff). Auch „Nagare-ru“ genannt.
Nomi-no-Sukune:
legendärer Begründer und Ur-Vater des damaligen, antiken Jiu-Jitsu; erwähnt in der jap. Chronik <Kojiki>.
Nuchaku:
Trainingsgerät (-Waffe) im <Kobudo>; Dreschflegel. Zwei kurze Stöcke, die mit einer Kordel (oder Kette) miteinander verbunden sind. In Deutschland verbotener Gegenstand im Sinne des Waffengesetzes (§ 37).

O

O:
groß, z. B o-soto-gari = großer Außensichel (Fußtechnik im Judo).
Obi:
jap. Kleiderstück, Schleifengürtel; wird über dem <Kimono> getragen und mit einer kunstvollen Schleife auf dem Rücken zusammen gehalten. In den Budo-Sportarten: Rangbezeichnung des Ausübenden. Shiro-obi = weißer Gürtel. Kiro-obi = gelber Gürtel. Daidaiiro-obi = orangener Gürtel. Midori-obi = grüner Gürtel. Aori-obi = Blauer Gürtel. Chairo-obi = brauner Gürtel. Kuro-obi = schwarzer-V Shima-obi = rot-weißer Gürtel. Aka-obi = roter Gürtel.
Obi-tori:
ergreifen des Gürtels, Griff am Gürtel. Z. B. 11. Technik der Ju-no-Kata im Judo.
O-chuga-eri:
Gosse Rolle vorwärts, Fallübung mit sofortigem Aufstehen. <Chuga-eri> und <Mae-ukemi>
Oikomi-geiko:
stürmische Übungs-bzw. Angriffsform, um den Partner in Bedrängnis zu bringen.
Oji-gaeshi:
Abwehr, Parade.
Oji-waza:
Gruppe von Verteidigungs- und Gegentechniken. Verkettung entsprechender Aikido-Techniken.
Okuri:
nachschicken, nachsenden, begleiten, verbunden sein mit.
Okuri-ashi:
gleitender nachsetzender Schritt aus <Hidari>- oder <Migi-kamae>.
Omoi-yari::
das Hineindenken in die Gefühle und das Sicherheitsbedürfnis des Partners.
Omote:
frontal, vorne, vorwärtsbewegen, Vorderseite, Front. Als Gegensatz zu <Ura> und = rückwärtsbewegen. Synonym (bedeutungsgleich) mit den Begriffen <Irimi> und <Tenkan>.
Omote-waza:
Gruppe von Technik, bei denen Uke von vorne (frontal) angreift.
Omoto:
wörtlich „Der Große Ursprung“; jap. Religion (Sekte), gegründet Ende des 19. Jahrhunderts von Frau <Deguchi, Nao>. Auch <Ueshiba, Morihei> war ein Anfänger dieser Religion und Philosophie ab 1919 bis zu seinem Tode.
Oase:
halten, unbeweglich machen, Immobilisation.
Oase-kombi:
Oberbegriff für Haltegriffe. Bedeutet auch: „ich halte ihn unter Kontrolle“.
Oase-kombi-waza:
Gruppe der Haltegriff-Techniken, wie z. B. Ikkyo/Ude-oase. <Katame-waza>.
O Sensei:
Großer Meister, Lehrer, Ehrentitel für Begründer von Budo-Sportarten, wie <O Sensei Ueshiba, Morihei>, Begründer des Aikido.
Oshi-ego:
Schüler, lernender, Studierender.
Oshiki-uchi:
antike Bezeichnung für verschiedene jap. Kriegskünste; später verwendet im <Daito-Ryu Aiki-Jutsu> von meister <Takeda, Sokaku>.
Otokogi:
Ritterlichkeit, Tapferkeit.
Otoshi:
fallen, fallen lassen, Wurf, Sturz. Bedeutet auch: die Falle
Oyo-waza:
Gruppe der angewandten Techniken.

P

Patona:
Partner
Prajna
(Sanskrit): die Vollkommenheit der Erkenntnis als transzendentale Weisheit.
Prana
(indisch): Leben, Atem; grundlegende Lebensenergie <Ki>
Pranayama
(indisch): Atemtechnik zur Ansammlung von <Prana> im Körper, zur Reinigung der Kanäle innerer Energie und zur meditativen Schulung.
Puro:
Berufssportler, Profi

R

Ran:
lockern, gelockert, frei, zwanglos.
Randori:
Übungsform; freies Training mit verborgenen oder wechselnden Angriffen und freien Verteidigungstechniken ohne Wiederstand des Partners (<Ju-no-geiko>). Ein Ausführender (Nage) steht einem oder mehreren Angreifern (Uke) gegenüber. Im Verlaufe des Randori finden keine Rollenwechsel zwischen Nage und Uke statt. Randori wird im klassischen Aikido zur Prüfung (Kontrolle) des Grades der Verinnerlichung (Automatisierung) von Elementen, Techniken und Prinzipien sowie des antizipativen Verhaltens von Nage praktiziert. Dabei wird zur Wahrung von Idealen des Aikido (z. B. Harmonie, Liebe, Friedfertigkeit, Verhältnismäßigkeit) auf jede Form der vergleichenden Bewertung verzichtet, -Prüfungsfach bei Prüfungen zum 2. Und 1. Kyu. Gradbezogene Angriffsarten siehe Prüfungsordnung für Kyu-Grade. Dagegen kennt das Tomiki-Aikido zwei verschiedene Arten des Randori, nämlich: 1. <Toshu-Randori>, bei dem die Partner wechselseitig angreifen und verteidigen; 2. Tanto-Randori bei dem ein Partner mit dem Messer (<Tanto>) bewaffnet ist. Bewertungspunkte werden in beiden Formen für gute Angriffs- und erfolgreiche Verteidigungstechniken vergeben.
Randori-kyo-ghi:
zwei unbewaffnete Partner „kämpfen“ (im <Tomiki-Aikido>) gegeneinander
Rei:
biegen, biegsam, Bogen. Bedeutet auch: Verbeugung, Gruß, Begrüßung (als Sinn des <Budo>, und als Ausdruck der Höflichkeit und Verehrung). „Rei ni hajimare, rei ni owaru“ = Beginnt mit der Begrüßung und endet mit der Begrüßung!
Reigi:
Umgangs- und Höflichkeitsformen, als Ausdruck des Respektes vor den kreativen und geistig-seelischen Fähigkeiten eines Menschen sowie seiner ganzheitlichen Integrität.
Rei-gishaho:
Etikette, Höflichkeit.
Rei-ho:
die Technik und zeremonielle (rituale) Form des Verbeugens und Begrüßens. <Za-rei> und <Ritsu-rei>.
Renshu-shimasu:
trainieren, üben.
Renzoku:
Kombination, Verkettung, Verbindung, Übergang, Aufeinanderfolge, weitermachen, fortfahren, verlängern (von Bedeutung und Technik).
Renzoku-uchi-komi:
ständiges, abwechselndes schlagen nach rechts und links und nach vorne mit dem Jo-(Stab) oder dem Schwert.
Renzoku-waza:
Gruppe sämtlicher Verkettungen (Fortsetzungs- und Kombinations-Techniken) im Aikido nach einem einleitenden Angriff, wie z. B. Yokomen-uchi = Shiho-nage/Irimi-nage oder auch: Shomen-zuki = Kote-mawashi/Kote-hineri.
Riai:
Wechselwirkung und Beziehung untereinander, z. B. zwischen dem Gebrauch des Schwertes (<Ken>) und des Stockes (<Bo>).
Rikaku:
natürliche Stellung, mit einer gewissen Distanz zum Partner. <Ma-ai>.
Rikaku-tai-sei:
von <Tomiki, Kenji> verwendete Bezeichnung für eine Technik, die bei weitem Abstand der Partner zueinander ausgeführt wird.
Rio:
<Ryo>.
Rippo:
Gesetzgebung. Bedeutet auch: <Kokyu-Training>, wobei Nage mit seiner Atemkraft seinen Partner wirft, der ihm am Handgelenk festhält.
Ritsu-rei:
höflicher Gruß, Verbeugung im Stehen. <Rei>, <Za-rei>, <Sei-za> und <Tai-za>.
Rokkotsu:
Rippen.
Roku:
sechs.
Roku-Dan:
6. Meistergrad, rot-weißer Gürtel (Shima-obi).
Robu-Kyu:
6. Schülergrad, weißer Gürtel (Shiro-obi).
Roshi:
alter Meister, Ehrentitel für einen Menschen mit tiefer Zen-Erfahrung, Zen-Meister.
Ryo:
zwei, beide, doppelt.
Ryo-hji-dori:
Angriffstechnik, Griff beider Ellenbogen Ärmel).
Ryo-kata-dori:
Angriffstechnik, Griff an beiden Schultern.
Ryoku:
Energie, Kraft (-entfaltung). <Chikara>.
Ryo-te:
zwei Hände, mit beiden Händen.
Ryo-te-dori:
Griff beider Hände.
Ryo-te-mochi:
halten mit beiden Händen.
Ryu:
Fachrichtung, Stilrichtung, Schulungsmethode, Art.
Ryu-gi:
Schule, Methode.
Ryo-no-geiko:
fließende, gleitende Übungsform, bei der Nage die Angriffsenergie von Uke aufnimmt und bis zur Gleichgewichtsbrechung (<Kuzushi>) verstärkt. <Ki-no-nagare>.
Ryutsu-suru:
fließend, gleitend, zirkulierend.

S

Sabaki:
Aikido Element. Drehen, sich verteidigen, ausweichen, vereiteln. Oberbegriff für alle Formen der Bewegung und des Gehens. <Shintai>. Ashi-sabaki = das geradlinige Gehen durch Gleitschritt (in <Migi>- oder <Hidari-kamae>) Tai-sabaki = das kreisförmige Gehen durch Beistellschritte. Auch: Bewegung im Gleichgewicht, Körperdrehung. Ashi- und Tai-sabaki können miteinander verbunden werden, um den richtigen Abstand <Ma-ai> zu erreichen.
Sagaru:
zurückweichen, ausweichen.
Sai:
gabelförmiger Dreizack aus Metall; Trainingsgerät (-Waffe) im <Kobudo>
Saito, Morihiro:
Leiter und führender Meister des Ibaragi-Dojo in Iwama, Japan. Geb. 31.03.1928; heute Träger des 8. Dan-Aikido. Ab 1946 direkter Schüler des Aikido-Begründers, <O Sensei Ueshiba, Morihei>. Saito ist Autor vieler Fachbücher, u. a. die Bände 1–5 „Traditional Aikido“.
Samurai:
wörtlich „der Dienende, der Vasall“ (Goshozamurai). Japanischer Ritter der Feudalzeit, während der Shogun- und Daimyo-Dynastie 1192 bis 1867 n. Chr.). Ursprüngliche Bezeichnung für das bewaffnete Schutzpersonal kaiserlicher Gemahlinnen, Prinzen und des hohen Adels. Später gleichbedeutend mit Krieger. Sino-jap. <Bushi>.
San:
Frau oder Herr (als Anrede), hinter dem Namen, z. B Nagaoka San. Bedeutet auch: drei.
San-Dan:
3. Meistergrad, schwarzer Gürtel.
Sangen-hachi-riki:
wörtlich „der Körper ist ausgestattet mit Macht“.
Sankaku:
Dreieck, Triangel.
Sankaku-tai:
geometrische Figur der Stabilität; Dreieck-Stellung der Füße.
San-kyo:
dritte Bewegung, dritte Technik. 3. Aikido-Verteidigungstechnik am Boden (<Katame-waza>); Handdrehhebel-Haltegriff. <Kote-hineri>.
San-kyo-undo:
Vorübungen zum Sankyo, bei der das Handgelenk in der senkrechten Achse gedreht wird. Ziel: Stärkung (Lockerung) der betroffenen Gelenke.
San-Kyu:
3. Schülergrad, Midori-obi (grüner Gürtel).
Sashin-yutai:
vorgehen mit dem linken Fuß und nachziehen des rechten Fußes. Standardbewegung aus der Gehschule. <Tsugi-ashi> und <Shin-tai>.
Satori:
Seinsweise im <Zen>; einmalige oder dauernde Erleuchtung (Sanskit = Bodhi); Zustand, Leere (Ku), Endphase. Aufhebung jeglicher Unterschiedlichkeit; Erlangung der ursprünglichen Reinheit; das Absolute. Zu erreichen durch Meditation<Kensho>.
Satsu-jin-ken:
Sieg über einen Gegner; Vernichtung des Feindes. Wird im Aikido als Ziel kategorisch abgelehnt, denn im Aikido dominiert der Sieg des Friedens über die Gewalt.
Saya:
Scheide des Schwertes, Futteral.
Sayu:
Bewegung nach links und rechts.
Sayu-undo:
Training der Bewegungen nach links und rechts.
Sei:
Inaktivität, Ruhe und physisches Gleichgewicht. Bedeutet auch: richtig.
Seika-no-itten:
Kraftzentrum im Unterleib.
Seika-Tanden:
Bauch, Punkt ca. zwei fingerbreit unterhalb des Nabels. <Hara>.
Sei-ki:
vitale Kraft durch geistige Energie.
Sei-men:
Leben; wer <Ki> und <Kokyu> beherrscht, besitzt das Leben.
Sei-za:
wörtlich „still sitzen“; asiatische Form des Sitzens auf den Fersen, knieende Position. Shkantan-za = „nichts als nur sitzen“.<Tai-za>.
Sempai:
der Ältere, Tutor (= Herrscher, Aufpasser) des Schülers (<Kohai>).
Sen:
dem Angriff zuvorkommen. Bedeutet auch: aus eigener Kraft, Geist.
Senaka:
Rücken.
Senaka-no-undo:
Rückengymnastik mit Partner.
Senki:
Geist des Kriegers.
Sen-no-sen:
die vom <Budoka> angewendete Kraft. Ein Geistige Zustand; die höchste Form der Initiative durch Einsatz von Seele und Geist, Technik und Kraft in den Kampfkünsten und Budo-Disziplinen. Bedeutet auch: direkter Angriff „im rechten Augenblick“. <Irimi>
Sensei:
übliche jap. Anrede für Professoren, Lehrer, Meister und Ärzte. Oft auch ranghöchster Danträger im <Dojo> (s. d.)
Sensei-ni:
Kommando „Ausrichten der Anwesenden zum Lehrer“.
Sensei-(ni) rei:
Kommando „Gruß der Anwesenden zum Lehrer“.
Sen-sen-no-sen:
dem Angreifer zuvorkommen. Verteidigen in dem Augenblick, wenn die Angriffsabsicht des Gegners noch nicht durch seine Bewegung zu erkennen ist, durch intuitive Reaktion. <Irimi>.
Sen-shin:
ein reines Herz und ein geläu-terter Geist, als wesentliche Voraussetzung für <Satori>.
Seoi:
Schulter, Rücken.
Sesshin:
eine Zeit intensiver <Za-Zen-Trainings>. Ein oder mehrere Tage gemeinsam Leben; Konzentration und Ruhe im <Dojo>. Man übt 4 bis 5 Stunden Za-zen pro Tag, unterbrochen von Vortrag (<Mondo>), Arbeit (Samu) und den Mahlzeiten.
Shaku:
Elle, Ellenbogen <Hiji>.
Shaolin
(chin.): bekanntes chinesisches Kloster und Tempel, in der Fukien-Provinz gelegen; berühmt durch die Wahrung und Verbreitung traditioneller östlicher Kampfkünste. Hier lebt ca. 500 n. Chr. <Bodhidharma>, der ursprüngliche Schöpfer des chin. Boxens.
Shi:
Krieger, Ritter, Herr. Bedeutet auch: vier.
Shiai:
Wettbewerb, Wettkampf, Turnier. Diese wiedersprechen nach verbreiteter Auffassung dem Geist und der Lehre des Aikido; sie werden jedoch im <Tomiki-Aikido> praktiziert.
Shiatsu:
jap. Heilmassage und Fingerdruck-Therapie. Die Techniken werden an Körperstellen ausgeübt, die oft auch mit den vitalen Punkten (= <Atemi>) übereinstimmen.
Shibucho:
Direktor, z. B. in einem <Dojo>
Shichi:
sieben.
Shichi-Dan:
7. Meistergrad, rot-weißer Gürtel.
Shi-Dan:
4. Meistergrad, schwarzer Gürtel.
Shido:
Beobachtung, Bemerkung, aufmerksam machen, geistige Einstellung. <Bushido>. Bedeutet auch: Bestrafung für Inaktivität im Wettkampf.
Shido-geiko:
Übungsform; der bessere <Aikidoka> beobachtet und trainiert den schwächeren.
Shidoi:
Lehrer, Trainer (der den 3. Dan besitzt).
Shihan:
Titel für einen hohen Würdenträger, Vorbild, Meister, Lehrer, Doktor, Professor, Höchster von drei Titeln (1. Fuku-Shidoin, 2. Shidoin, 3. Shihan).
Shiho:
vier Ecken, die vier Himmelsrichtungen, von allen Seiten. Bedeutet auch: die Weitergabe und Überlieferung der Lehre und Wahrheit vom Meister zum Schüler.
Shiho-giri:
Übungsablauf, ausgeführt in den 4 Himmelsrichtungen. Bedeutet auch: die 4 Grundbewegungen, mit dem Schwert zu schlagen und in 4 Richtungen zu werfen.
Shiho-hai:
Ritual der <Shinto>-Religion; Hochachtungsbezeugung in 4 Richtungen, entsprechend dem <Shiho-giri>, als Ausdruck des Respektes vor dem Universum, den Eltern, der Natur und vor den Mitmenschen.  
Shiho-nage:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Vierseitenwurf (Schwertwurf). Nage übernimmt nach dem Eintreten oder Ausweichen (<Sabaki>) ndie Angriffs-(Waffe-) hand und führt sie in natürlicher Beugerichtung des Hand- und Ellenbogengelenkes auf einer spiralförmigen Bahn um sein Körperzentrum (<Hara>) zum Rücken des Uke und anschließend in Richtung auf den Boden. Der Abwurf ist in alle Aikido-Grundrichtungen (Shiho) sowie in <Irimi> und <Tenkan> möglich. Wegen des übereinstimmenden Bewegungsablaufes mit der Grundform des Schwertziehens und -schlagens wird die Technik auch als „Schwertwurf“ bezeichnet. Der Angreifer kann durch starke Beugung des Handgelenkes oder Verhebelung des Armes am Boden festgelegt bzw. entwaffnet werden. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade.
Shiho-nage-undo:
Einzelübung des Shiho-nage.
Shi-iku/kyu:
vierte Stufe der Wahrheit und der Liebe (zweite Definition des Begriffes <Ai>,) durch den Zustand der Harmonie mit dem Universum, d. h. die individuelle Ki-kraft stimmt mit der universalen (kosmischen) überein.
Shikaku:
Viereck, Quadrat.
Shikan:
meditative Erleuchtung. <Satori>.
Shikan-tai-za:
einfaches Sitzen; Konzen-trationsübung des <Za-zen>.
Shikko:
Aikido-Element; Gleit-, Schritt- und Drehbewegungen auf den Knien, um das Zentrum (<Hara>) auszubilden und die Balance zu schulen. Übungen zum Erlernen und zur Ausführung der Techniken im Sitzen und Kniestand (<Za-ho>, <Tai-za> und <Suwari-waza>).
Shi-Kyu:
4. Kyu-Grad, Daidaiiro-obi (orangener Gürtel).
Shima-obi:
6. – 8. Dangrad (rot-weißer Gürtel).
Shime/Jime:
würgen, strangulieren.
Shime-waza:
Gruppe der Würgetechniken.
Shimoseki:
untere Seite, Platz für Schüler, gegenüber dem <Joseki> gelegen. Zur Dojo-Raumaufteilung und -Etikette gehörend.
Shimoza:
unterer Sitz, tiefer Platz, für Schüler, gegenüber der <Kamiza> gelegen. Zur Dojo-Raumaufteilung und -Etikette gehörend.
Shimpan:
Kampfrichter, der Unparteiische.
Shin:
Wirklichkeit, Wahrheit, Aufrichtigkeit, Vertrauen, Herz (= <Kokoro>).
Shinai:
Kendo-Übungswaffe, bestehend aus mehreren Bambus-Latten, die durch Lederstreifen zusammengehalten werden.
Shin Bu honrai fuji:
die Einheit (Einig-keit) von <Shinto> und <Budo>. Der Weg Gottes und der weg des Kriegers stimmen überein.
Shin-jin:
echter, aufrichtiger,wahrer und wertvoller Mensch. Ideal, Vorbild.
Shin-kake-Ryu:
bekannte, traditionelle jap. Fechtschule.
Shin-ken-shobu:
Kampf bis zum Tode. Bedeutet auch: sich selbst „aufrichtig“, d. h. kompromißlos in die Verteidigung einzubringen. <Sutemi>.
Shin-ketsu:
ernsthaft und aufrichtig, mit ganzer Seele, arbeiten und trainieren.
Shin-ogi:
„auf der Schwertschneide reiten“. Im übertragenen Sinn für: Risiko­bereit­schaft, Leichtsinn, Fehlerbeurteilung, unangepasste Technik, riskante Verteidigung.
Shintai:
Gehschuhe, richtiges Gehen. Die Form des Stehens, des Gehens und des Bewegens: Tachi = Stand, Stehen. Shisei = Stellung, Grundstellung, richtiges Stehen. Shizen-tai = Grundstellung, Ausgangsposition. Shizen-hontai = wie oben. Migi-shizen-hontai = Grundstellung rechts. Hidari-shinzen-hontai = Grundstellung links. Jigotai = Verteidigungsstellung. Migi-jigotai = Verteidigungsstellung rechts. Hidari-jigotai = Verteidigungsstellung links. Ayumi-ashi = Gehen mit sich Überholenden Schritten. Tsuri-ashi = Gehen mit überholenden, jedoch schleifenden Schritten Tsugi-ashi = Nachstellschritte, schleifend, nicht überholen. Shintai-tai-sabaki = versch. Formen der Drehbewegung des Körpers. Migi-tai-sabaki = Körperdrehung nach rechts. Hidari-tai-sabaki = Körperdrehung nach links.
Shinto/Shintoismus:
Weg der Götter (Kami-no-Michi). Ursprüngliche Religion der Japaner, entstanden aus Natur- und Seelenkult, aus Ahnenverehrung und mythologischen Vorstellungen. Der Shintoismus hat die Entwicklung des <Bushido> stark beeinflusst.
Shioda, Gozo:
Begründer des Yoshinkan Aikido ab 1955. Geboren am 9.9.1915. Studierte in seiner Jugend Judo und Kendo und ab 1932 auch Aikido bei Ueshiba, Morihei im <Kobukan Dojo>.
Shiro-obi:
6. Kyu-Grad, Rubu-Kyu (weißer Gürtel).
Shita:
unten , nach unten, untere Seite.
Shi-te:
der Verteidiger, auch Nage bzw. <Tori> genannt, der die Aikido-Technik ausführt.
Shizen:
einfach, natürlich, die Natur, der Urzustand.
Shizen-hontai:
Grundstellung.
Shizen-ken:
die natürliche „Waffen“ des Körpers: Hände, Arme und Beine als Verteidigungsmittel.
Shizen-no-kamae:
Angriffsstellung, natürliche Stellung bzw. Position.
Shizen-tai:
Aikido-Element; Normalstellung, Ausgangsposition, natürliche Körperhaltung.
Shobu:
Kampf, Wettkampf, Wettstreit. <Shiai>.
Shobu-zuyosa:
„aus der Niederlage einen Sieg machen“; aus den Fehlern lernen, sich wieder „erheben“.
Sho-Dan:
1. Meistergrad, Kuro-obi (schwarzer Gürtel).
Shoden Mokuroku:
<Hiden Mokuroku>.
Shodo-kan:
„Platz des offenen Weges“, Japanische Aikido-Gesellschaft, in Osaka (nicht zu verwechseln mit „Shotokan“, einer klassischen jap. Karate-Stilrichtung).
Shodo-o-seitu:
Kontrolle der ersten Bewegung des Angreifers.
Shogun:
Diktator, Erbstatthalter, Titel des Militär-Regenten, Früh-japanischer Kriegs- und Amtsmittel, ursprünglich verliehen an die Heerführer der Feldzüge gegen die Ainu (jap. Ureinwohner). 1185 n. Chr. Wieder neu zur Geltung gekommen.
Shomen:
vorne, die Front, die Fassade. <Omote>. Bedeutet auch: der obere Sitz, der Ehrenplatz. Darüber befindet sich das Bild des Aikido-Begründers.
Shomen-ni-rei:
Kommando des Lehrers; respektvolle Verbeugung nach vorne zum <Joseki> oder zum Publikum. <Rei>.
Shomen-uchi:
Angriff mit einem geraden Schlag von vorne, zum Kopf/Gesicht, mit der <Tegatana>, dem <Tanto>, <Bo>, oder <Katana>.
Shomen-zuki:
Angriffsart; gerader Stoß mit der Faust (Speerhand), dem <Tanto>, <Bo> oder <Katana> von vorne zum Kopf/Gesicht (<Jodan>), Rumpf (<Chudan>) oder den Beinen (<Gedan>). Bei Angriffen mit dem Tanto sind in Abhängigkeit vom Griff auch Stöße auf der inneren (uchi) oder äußeren (soto) Linie möglich. Sie bestimmt die Art des <Sabaki> und der Verteidigungstechnik.
Shomen-zuki-chudan:
Angriffsart; gerader Stoß von vorne im mittleren Körperbereich.
Shomen-zuki-gedan:
Angriffsart; gerader Stoß von vorne im unteren Körperbereich.
Shomen-zuki-jodan:
Angriffsart; gerader Stoß im oberen Körperbereich.
Shoshinsha:
Neuling, Anfänger in den Budo-Disziplinen.
Shoto:
Kurzschwert. Bedeutet auch: Pinienrauschen (aus diesem Begriff entstand das traditionelle Shotokan-Karate).
Shuchu-geiko:
Sommertraining auch <Natsu-geiko> genannt.
Shuchu-suru:
sich (auf etwas) konzentrieren.
Shugyo:
Studium, Erziehungsarbeit, asketische Übungen, um die Lebensqualität zu verbessern, d. h. Wahrung der Tradition und der geistigen Richtung einer Budo-Disziplin und Selbstfindung des Individuums durch körperliches und geistiges Training.
Shuki:
Erhaltung der vitalen Energie. Shuren Dojo: Name der Trainingsstätte von O Sensei Ueshiba, Morihei in Iwama, Ibaragi Prefektur, Japan.
Shuto:
Messerhand, Handkante (kleinfingerseite), mit verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten im Angriff.
Schuto-uchi:
Messerhand-Angriff, Handkantenschlag. Uchi-mawashi = von innen nach außen, Soto-mawashi = von außen nach innen.
Shyuyo:
körperlich und geistige Kontrolle, Disziplin. Zur Dojo-Ethik gehörend.
Sode:
Ärmel.
Sode-dori:
am Ärmel fassen, Ärmelgriff.
Soji:
säubern des Dojo-Fußbodens, als respekterweisende Disziplinübung und geistiges Exerzitium.
Sokuho-ukemi:
fallen seitwärts, auch <Yoko-ukemi> genannt.
Sokumen:
seitlich, Seite.
Sonkei:
Respekt, Achtung, Ehrerweisung. Zur Dojo-Ethik gehörend.
Sotai-dosa:
Übung mit einem Partner.
Soto:
außen, z. B. Kaiten-nage (soto) = (Dreh-) Schleuderwurf mit „äußerem“ Eingang.
Soto-kaiten-nage:
siehe unter <Kaiten-nage> (soto).
Soto-mawari:
nach außen bewegen; eine Bewegung zur Seite des Partners.
Suberi-komi:
hineingleiten (in eine Wurftechnik).
Suburi:
Schwert- oder Stock-Übung, bestehend aus vielen Wiederholungen einer einzigen Bewegung oder Technik, mit dem Ziel der Verinnerlichung (Automatisierung) wesentlicher Elemente der Technik.
Suihei:
horizontal, waagerecht, auf gleicher Linie.
Suihei-kamae:
waagerechte Stellung.
Suki:
Schwachstelle, Blöße, Öffnung (beim Angreifer).
Sumi:
Ecke, Winkel.
Sumi-kiri:
Klarheit von Körper und Geist.
Sumi-otoshi:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Eckenkippwurf. Nage ergänzt Uke durch eine ausweichende Bewegung (<Sabaki>) und führt ihn am Arm bzw. an der Hand sehr dynamisch auf einer spiralförmigen Kreisbahn um seine Körperachse. Die Gleichgewichtsbrechung (<Kuzushi>) und der Abwurf erfolgen in die Diagonalen (Ecken) zu den Hauptachsen. Beim direkten Eingang (<Irimi>) wird der Angreifer durch einen Gleitschritt nach vorn-außen kurz aufgenommen, außer Balance gebracht und verzugsfrei geworfen. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnung für Dan-Grade.
Sun-dome:
abbremsen, abstoppen, arretieren der Weiterführung einer Technik.
Suri-uke:
gleitende (flüssige) Abwehr.
Sute-geiko:
Training durch Erduldung, um „mit dem Körper zu begreifen“. Der Schüler lernt sensitiv (für feinste Reize empfindlich), z. B. durch viele Wiederholungen von Elementen und Techniken des Aikido.
Sutemi:
„bis zum Tode Kämpfen“; „ich setze alles auf eine Karte“; „sich selbst opfern“, „preisgeben“; sich selbst durch das Fallenlassen beim Körperwurf in Gefahr bringen (diese Würfe der Sutemi-waza sind im Judo üblich, nicht jedoch im Aikido).
Sutra
(Sanskit): wörtlich „Leitfaden“; ein in kurzen Sätzen ausgedrücktes höchstes Wissen. „Heilige Schrift“ des <Buddhismus>, deren Inhalt direkt auf die Lehre des <Buddha> zurückgeht.
Suwari/Suwaru:
sich setzen.
Suwari-geiko:
beide Partner (Uke und Nage) üben ihre Techniken im Kniestand <Za-ho>.
Suwari-waza:
Guppe von Techniken, die im <Za-ho> oder <Tai-za>-Sitz vorgenommen werden <Shikko>.

T

Tabi:
traditioneller jap. Sockenschuh; Socke, mit ausgearbeitetem großen Zeh.
Tachi:
stand, im Stehen, Grundstellung. Bedeutet auch. Jap. Langschwert, Vorläufer des <Katana>.
Tachi-dori:
das Schwert ergreifen. Technik, dem Angreifer das Schwert zu entwinden und ihn dann zu werfen.
Tachi-geiko:
Übungsform, bei der alle Techniken aus dem Stand ausgeführt werden.
Tachi-waza:
Gruppe sämtlicher Stand-Techniken. <Nage-waza>. Bedeutet auch: Gruppe sämtlicher Schwerttechniken.
Tai:
der (menschliche) Körper.
Tai-atari:
Körperübung.
Tai-buki-oyo-geiko:
Übungsform, bei der waffenlose Verteidigungstechniken gegen Jo (-Stab), Tanto (Messer) und Ken (Schwert) ausgeübt werden. Buki = Waffe. <Kobudo>.
Taido:
Weg des Körpers, Körperkunst, Haltung, Stellung.
Taiho-Jutsu:
Haltetechniken. <Gatame-waza>.
Tai-Iku/kyu:
Körpererziehung; erste Stufe der körperlichen Entwicklung, durch die Praxis der Verteidigungstechniken.
Taijutsu:
Körperkunst; mit dem <Ninjitsu> verwandte Kampftechniken ohne Waffen.
Tai-no-henka:
Training von Techniken die ineinander verschmelzen und bei der die Körperhaltung ständig wechselt (henka).
Tai-no-sen:
Initiative in der Verteidigung (Verkettung), um die Führung zu übernehmen.
Tai-no-shintai:
Wechsel der Stellung, Positionsveränderung.
Tai-no-tenkan:
drehen des Körpers.
Tai-ryoku:
Körperkraft, Muskelkraft, physische Stärke.
Tai-sabaki:
wesentliches Element des Aikido. Ausgewogenes Gleichgewicht; stabilisierende, die Balance bzw. den Schwerpunkt (<Hara>) erhaltende, drehende Bewegung des Körpers im Kreis, allein oder mit Partner. Durch Körperdrehung entzieht man sich der Wirkung des Angriffs bzw. des Angreifers, stellt die harmonische Distanz (<Ma-ai>) her, bricht das Gleichgewicht (<Kuzushi>) und leitet die Verteidigungs-Technik ein.
Taisho:
Lehrer (leiter) einer Gruppe, eier mannschaft, eines Teams. Der General, der Chef, der Anführer.
Taiso:
Körpertraining, Gymnastik. Vorbereitungsübungen zur Stärkung der Kraft, Geschicklichkeit, Gelenkigkeit und der Kondition. <Undo>.
Tai-za:
Budo-Konzentrationssitz, ähnlich dem <Za-zen>, bei dem beide Beine (Füße) unter das Gesäß gebracht werden. <Za-rei> = die anschließende Verbeugung im Sitzen.
Takeda-Ryu:
antike jap. Fecht- und Nahkampf-Schule des Yoshimitsu, Yoshikyo im 12. Jahrhundert; als Nachfolger der <Genryu-Ursprungsschule>.
Takeda, Sokaku:
jap. Ju-Jutsu-Stratege. Lebte von 1860 bis 1943 in der 35. Generation der Ohigashi-Linie. Er verbreitete das Daito-Ryu Aiki-Ju Jutsu und hatte ca. 30.000 Schüler, die er im Laufe seiner Kariere unterrichtete. Takeda trainierte um 1915/16 auch Ueshiba, Morihei. Sohn Takeda, Tokimune führte in seinem <Daitokan> das <Aiki-Ju-Jutsu> weiter und erhält dadurch die Tradition.
Takeda, Tokimune:
3. Sohn von <Takeda, Sokaku>; geb. 1916. Er praktiziert und lernt <Aiki-Ju-Jutsu> und ist Oberhaupt des Daito-Ryu Aiki-Budo. Er gründete 1953 das <Daitokan-Dojo> in Abashiri auf Hokaido, Japan.
Takemusu Aiki:
„Erleuchtung durch Aikido“; Begriff von O Sensei Ueshiba, Morihei zum Ausdruck für die unterschöpfliche Quelle und die unbegrenzte Kreativität des Aikido. Philosophischer Begriff aus der <Shinto-Religion> = „die Kriegskunst ist unübertroffen“. „Saito, Morhiro“.
Takuan:
Zen-Mönch, lebte von 1573 bis 1645. Er schrieb viele Gedichte und Verse über das tägliche Leben und die martialischen Kampfkünste.
Tama-no-hire-buri:
Vibrationstechnik aus dem Stand. <Furi-tama>.
Ta Mo
(chin.) : buddhistischer Mönch, lebte während der Liang-Dynastie von 506 bis 556 n. Chr., gilt als Vermittler und Verbreiter des Zen von Indien nach China und als legendärer Begründer der Ur-Form des Karate und anderer fernöstlicher Kampfformen. Jap. : Daruma.
Tanden:
Unterleib, Bauch existenzieller Schwerpunkt
Tandoku-dosa:
<Tandoku-renshu>.
Tandoku-renshu:
Übungsform; Training ohne Partner bzw. mit einem imaginären (in der Vorstellung existierenden) Angreifer.
Tani:
Tal, Ebene.
Tanin:
ein anderer (Mensch oder Angreifer).
Tanin-su-dori:
Techniken und Verteidigungen gegen andere (mehrere) Angreifer.
Tanin-su-gake:
ein Angreifer (Uke) attackiert Nage aus allen Richtungen.
Tanin-su-gake-geiko:
Übungsform, bei der mehrere Angreifer einen Verteidiger (Nage) nacheinander angreifen.
Tanin-su-waza:
Gruppe von Verteidigungstechniken gegen mehrere Angreifer.
Tan-ken:
Messerähnliches, kurzes Schwert. <Tanto>
Tanren:
Ausbildung, sich abhärten. Bedeutet auch: Schlagtechniken mit Schwert oder Stock, die ständig und ausdauernd wiederholt werden.
Tanren-uchi:
Übung zur Stärkung und Abhärtung des Körpers, wobei auf ein Stroh-bzw. Reisbündel ausdauernd mit dem Holzschwert (<Bokken>) geschlagen wird.
Tan-t’ein
(chin.) : zentraler Mittelpunkt des menschlichen Körpers unterhalb des Nabels, die Atmung betreffend. Gilt als Sitz der menschlichen Energie. Jap. <Hara> oder <Tanden>.
Tanto:
jap. Messe mit einer Schneide <Tan-ken>
Tanto-dori/tori:
Griff zum Messer; dem Angreifer das Messer entwinden. Oberbegriff aller Formen des Angreifens mit dem Messer (Tanto) oder Dolch (zweischneidig) aus verschiedenen Richtungen sowie der Techniken zur Abwehr dieser Angriffe.
Tanto Jutsu:
Kunstfertigkeit und Techniken im Umgang mit dem Messer.
Tao
(chin.): chinesisches Weltprinzip. Weg zum Selbst; manifestiert z. B. in Natur, Moral und Ritus. Bedeutet auch: Gott, Weg Vernunft, Logos, Sinn und Weltanschauung. Es ist die Wurzel des Universums, die Mutter aller Dinge. Japanisch <Do>. Götter Anhänger: Laotse. Lehre: Taoismus. Buch: <Tao-te-king>
Taoismus:
die von <Laotse> im 6. Jahrhundert v. Chr. Begründete Religion, Weltanschauung, Philosophie und Lebensauffassung.
Tao-te-king
(chin.): Buch des Taoismus, von Laotse. Das Weltgesetz und sein Wirken, enthält 81 Kapitel über die metaphysische Lehre.
Tatami:
Reistroh-Matte, bestehend aus einzelnen Teilflächen; klassische Trainingsunterlage im <Dojo>.
Tate:
senkrecht, oben, von oben, der Länge nach.
Tateru:
aufstellen (der Reihe nach) , auf-richten
Te:
Hand, Arm z. B. Ryo-te = beide Hände.
Te-dori:
mit der Hand ergreifen.
Tegatana:
Aikido-Element, Schwerthand. Die „waffenlose Waffe“ im Aikido. Man versteht darunter die leicht bogenförmig vor dem Körper geführten Arme des Verteidigers vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen. Bei den meisten Techniken wird die Tegatana jedoch nur mit ihrer Kleinfingerseite-vom Handgelenk bis zur Spitze des kleinen Fingers-eingesetzt. Die Tegatana wird im Aikido vielfältig und variabel genutzt um die Angriffsenergie zu lenken, die Distanz (<Ma-ai>) zu wahren und die Atemkraft (<Kokyo>) des Verteidigers zu Übertragen.
Telji Kara no Mikoto:
Gott der unvergleichlichen Stärke.
Teisho:
Handballen, Handwurzel, Handinnenkante. Bedeutet auch: zeremonieller Zen-Vortrag; <Koan-Auslegung> auf nichtdualistischer Ebene. Tei = tragen, sho = erklären.
Tekubi:
Handgelenk, Puls.
Tekubi-kansetsu-junan-ho:
Kräftigungsübungen für das Handgelenk.
Tekubi-kosa:
Haltung der Handgelenke in gekreuzter (Abwehr-) Position.
Tekubi-kosa-undo:
Übungen mit gekreuzten Handgelenken.
Tekubi-osae:
4. Aikido-Verteidigungstechnik am Boden (<Katame-waza>); Armpreßdrehhebel-Haltegriff. Nage umfasst den leicht gebeugten (abgewinkelten) Arm des Angreifers über dem Handgelenk und übt mit „schraubender“ Bewegung einen Druck auf den Nervenpunkt aus. Durch den „blitzartigen“ Schmerz wird das Gleichgewicht gebrochen. Uke kann dann auf einer kreis- oder spiralförmigen Bahn zu Boden gebracht und dort festgelegt werden. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnung für Kyu- und Dan-Grade. <Yonkyo>.
Tekubi-shindo:
ausschütteln; schwungvolles Lockern der Handgelenke.
Tenchi:
Himmel und Erde.
Tenchi-nage:
fortschrittliche Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Himmel- und Erdewurf. Der Verteidiger nimmt Uke mit einem eintretenden oder ergänzenden <Sabaki> auf und „verankert“ sein Körperzentrum (<Hara>) durch eine koordinierte (gegenläufig schneidende) Bewegung, bei der er eine Schwerthand (<Tegatana>) nach oben (Himmel) und die andere nach unten (Erde) führt. Dadurch wird das Gleichgewicht des Angreifers gebrochen (<Kuzushi>) und er fällt auf den Rücken oder die Seite. Diese Technik ist ein Symbol für die Stellung des Menschen zwischen dem Mikro- und Makro-Kosmos sowie seiner Bindung an den Himmel (Seele, Geist) und die Erde (Körper). – Anwendungsbreite und Ausführungsformen siehe Prüfungsordnung für Dan-Grade.
Tengu Geijutsu Ron:
Geheimlehre und Künste (<Hiden>) die vom Meister an den besten Schüler weitervermittelt werden. Geijutsu = die „schönen“ Künste, wie z. B. Ikebana = das Blumenstellen oder Cha-Do = der Teeweg, im Gegensatz zu den Kampfkünsten.
Tenkai-ashi:
Körperdrehung (Tenkai = Wendung) um 180 Grad nach rückwerts; Ausführung aus den Grundstellungen <Migi>- und <Hidari-kamae>.
Tenkan:
Methode, der Angriffsbewegung (-energie) durch Rückwertsdrehung zu entgehen
Tenkan-ho:
Verbreitungen zum Erlernen des äußeren Ausweichens und Einleitung einer Kreisbewegung durch <Kokyu> Auch Kokyu-ho-tenkan genannt.
Tenkan (Ura):
Aikido-Prinzip; ausweichende (ergänzende, passive, negative) Körperdrehung, zur Einleitung und Ausführung von Aikido-Techniken („äußerer Eingang“). Tenkan wird angewendet, wenn die Angriffsenergie bereits entfaltet oder-durch eine Waffe-potenziert ist. Nage verlässt die „Linie der zerstörenden Kraft“ durch ein ausweichendes <Sabaki> und führt (verstärkt, unterstützt) die Angriffsenergie über ihren Brennpunkt (<Kime>) hinaus. Dies führt bei Uke zum Gleichgewichtsverlust (<Kuzushi>). Im „rechten Augenblick“ kann Nage den „sich sammelnden“ Uke dann mit einer weiteren ausweichenden (Tenkan) oder eintretenden (Irimi) Bewegung werfen oder am Boden festlegen. <Irimi (Omote)>
Ten-no-kokyu:
wörtlich „der Atem des Himmels“; als erste Stufe der Atmungs-Meditation.
Te-sabaki:
wechselnde (drehende) Arm- und Handhaltung während einer Bewegung.
Te-waza:
Gruppe sämtlicher Hand-, Arm-, und Schulterwürfe im Judo <Nage-waza>.
Tiea-bu-shan
(chin.): wörtlich „eiserne Kleidung“, Übung des „Eisenhemds“. Symbolischer Begriff, bei dem der Körper auf ihn treffende Angriffe und Schläge durch die Chi-kung-Atem-Therapie (jap. : <Ki>) absorbiert. Bestandteil des klassischen chin. (Schatten-) Boxen Tai-chi-chuan.
Tobi:
springen, Sprung. Bedeutet auch: Kräftesammeln.
Tobi-komi:
laufen, springen, hineinspringen (in eine Technik).
Tohei, Koichi:
berühmter Aikido-Meister,-Persönlichkeit und -Pionier; erhielt 1970 vom Aikido <Hombu-Dojo> den 10. Dan. Er begann <Aiki Budo> schon 1939 im <Kobokan Dojo> und gründete 1974 den Shinshin Toitsu Aikidokai, eine Gesellschaft, die für die Koordination zwischen Körper und Geist im Aikido eintritt. 1990 gründete Tohei das Trainingszentrum des Ki No Kenkyu-Kaikan in Tochigiken, Japan.
Toitsu:
gemeinsam, vereinigen, Prinzip der Einheitlichkeit. Zur Dojo-Ethik gehörend.
Token-dori:
<Tachi-dori>.
Toku-betsu-geiko:
Übungsform; Spezialtraining, um Kälte und Hitze besser auszuhalten, wie z. B. beim Wintertraining <Kan-geiko> oder beim Sommertraining <Natsu-geiko>.
Tokui:
bevorzugte Bewegung. Bedeutet auch: Besonderheit, Spezialität, Vorzugstechnik.
Toku-iku/kyu:
dritte Stufe der ethischsittlichen Entwicklung, durch die Praxis der Vervollkommnung der Persönlichen Achtung aller Menschen.
Tokushu-geiko:
Übungsform; Training von Spezialtechniken.
To-ma:
größere Entfernung, weite Position, Abstand, Distanz.
Toma-katate-uchi:
kreisförmiger Schlag mit dem Jo (-Stab) nach vorne, mit einer Hand, z. B. um die Distanz zum Partner (<Ma-ai>) zu vergrößern.
Tomiki Aikido:
Aikido-Schule und -Stilrichtung des Japaners Tomiki, Kenji. Aikido-Meister, -Persönlichkeit und -Pionier. Professor der physikalischen Erziehung der Waseda-Universität und Schüler von O Sensei Ueshiba, Morihei ab 1925. Praktiziert und verbreitet das „ harte“ Aikido „der frühen Jahre“ mit kampfähnlichen Elementen.
Tonfa:
Holz-Trainingsgerät (-Waffe) im <Kubudo>; Griff, mit dem das Mühlrad gedreht wurde
Tori/Dori:
Werfender, Verteidiger, Bewegungsausführender. Auch <Nage> genannt.
Toshu:
wechselseitige angriffe und Verteidigungen, ohne Waffen. <Tai-Jutsu>.
Toshu-Randori:
Übungsform zum trainieren von Spezialtechniken unter „realistischen“ Bedingungen und mit wechselnden Rollen (Nage/Uke und umgekehrt).
Toshu-taiso:
Freiübungen zur Ausführung des <Toshu Randori>.
Totei:
Schüler, Lernender, Toteikikan = Lehrzeit. <Deshi>.
Tsuba:
Handschutz, Schwertstichblatt, Schmuck des Samurai-Schwertes.
Tsugi-ashi:
Nachstellschritt, wobei sich die Füße nicht „überholen“. Fußgleiten (vor- und rückwärts), zur Wahrung oder Einnahme der korrekten (harmonischen) Distanz <Ma-ai>) zum Angreifer.
Tsuga:
Griffbereich des Schwertes.
Tsuga-ito:
traditionelle, kunstvolle Umwicklung des Schwertgriffs.
Tsukami-uke:
verteidigende Griff-Abwehr.
Tsuki:
Stoß, gerader Stoß (z. B. mit der Vorderfaust), Schlag. Auch: Stoß mit der Schwertspitze zum Kehlkopf. – Schreibweise jedoch „zuki“ in der Wortverbindung als 2. Oder 3. Wort.
Tsukuri:
Eingang, Wurfansatz. Bedeutet auch: konstruieren.
Tsuri:
ziehen, (den Partner) herbeiziehen, Zug. Bedeutet auch: angeln, fischen, auffangen.
Tsugi-ashi:
Nachstellschritt, wobei sich die Füße nicht „überholen“. Fußgleiten (vor- und rückwärts), zur Wahrung oder Einnahme der korrekten (harmonischen) Distanz (<Ma-ai>) zum Angreifer.
Tsuri-komi:
Hebezug, herumziehen, heranziehen, aus dem Gleichgewicht bringen.

U

Uchi:
innen, Inneres. Bedeutet auch: schneller, federnder Schlag oder Stoß, als Angriffstechnik.
Uchi-deshi:
Innen-Schüler, persönlicher (direkter) Schüler, Student. Darf den Innenhof betreten und in der Hausgemeinschaft mit dem Meister leben. Er kann über viele Jahre im <Dojo> des Meisters trainieren und steht diesem 24 Stunden pro Tag zur Verfügung. <Deshi>.
Uchi-jo:
der Angreifer mit dem Jo (-Stab).
Uchi-kaiten-nage:
<Kaiten-nage (uchi)>.
Uchi-komi:
Übungsform; mehrere hinereinanderfolgende Eingänge ohne Wurf. Bedeutet auch: Schlagtechnik.
Uchi-komi-geiko:
Training von Wurfeingängen und Schlagtechniken, mit oder ohne Partner.
Uchi-tachi:
der Angreifer mit dem Schwert.
Ude:
Arm, Unterarm, Ärmel.
Ude-furi:
schwingen der Arme.
Ude-gaeshi:
Armdrehung, Verdrehung.
Ude-hishigi:
fortschrittliche Haltetechnik, bei der Ukes Arm beim Waffengriff gestreckt und festgehalten wird. <Ude-kime-osae>.
Ude-Kaiten:
Armschwung.
Ude-kime-nage:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stand (<Nage-waza>); Armstreckhebel-Wurf. Der Angriffs-(Waffen-) Arm (Ude) wird durch eine spontane Körperdrehung oder Ausweichbewegung des Verteidigers gestreckt. Nage tritt unverzüglich in die nun offene Stellung (Kuzushi) ein und bringt seine Schwerthand (Tagatana) von außen unter den gestreckten Ellenbogen. Bei der folgenden Verlagerung seines Zentrums (Hara) überdehnt Nage das Ellenbogengelenk (Kime) und der Angreifer fällt nach vorne. Freie und sehr wirksame (Wurf-) Technik, die vorwiegend zur Abwehr bewaffneter Angreifer eingesetzt wird.
Ude-kime-osae:
Aikido-Verteidigungstechnik im Stande (<Nage-Waza>); Armstreckhebel-Haltegriff. Dieser sehr wirksame Entwaffnungs- oder Haltetechnik kann aus dem <Ude-nobashi> abgeleitet werden. Nage übernimmt sofort nach dem Eingang den gestreckten (Waffen-) Arm des Angreifers von oben und blockiert alle Gelenke durch Verwindung und weitere Streckung, Nun presst er ihn bei tieferer Körperstellung (<Jigo-tai>) an den Körper und verhebelt mit einer Gegenbewegung seines Zentrums (Hara) das Ellenbogen- und Schultergelenk des (Waffen-)Armes. Durch die sehr schmerzhaften Ellenbogen- und Schulterhebel erfolgt eine zwingende Entwaffnung. Anschließend kann Uke frontal aus den Boden geworfen und durch den Streckhebel fixiert werden. Freie und sehr wirksame Hebelhalte-Technik, die vorwiegend zur Abwehr bewaffneter Angreifer eingesetzt wird. <Ude-hishigi>.
Ude-nobashi:
5. Aikido-Verteidigungstechnik am Boden (<Katama-waza>) Armschlüssel. Der extrem gestreckte und auf ganze Länge verdrehte Arm des Angreifers wird nach der Gleichgewichtsberechnung (Kuzushi) durch Druck auf den Ellenbogen. Führt der Angreifer eine Waffe, können sich Techniken zur Entwaffnung anschließen. – Anwendungsbreite siehe Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade. <Gokyo>.
Ude-oase:
1. Aikido-Verteidigungstechnik am Boden (<Kamate-waza>); Armstreckhebel-Haltegriff. Der gebeugte Arm des Angreifers wird (ohne Verhebelung oder Druck auf Nervenpunkte) nach der Gleichgewichtsbrechung (<Kuzushi>) vorwiegend-am Ellenbogen halbkreisförmig in senkrechter Ebene (Irimi) oder spiralförmig in waagerechter Ebene (Tenkan) auf die Matte geführt, dort gestreckt und fixiert. Führt der Angreifer eine Waffe, können Techniken zur Entwaffnung folgen. – Anwendungsgebiet siehe Prüfungsordnung für Kyu- und Dan-Grade. <Ikkyo>
Ueshiba Juku:
Name der ersten Privatschule (<Dojo>) des Aikido-Begründers O Sensei Ueshiba, Morihei, eröffnet 1921 in Ayabe, Japan.
Ueshiba, Kisshomaru:
Dritter Sohn des Aikido-Begründer Ueshiba, Morihei und Ueshiba, Hatus (Mutter), geb. am 27.06.1921. Direktor des <Kobukan-Dojo> seit 1942 und amtierender Aikido <Doshu> seit 1969 des Zaidan-hojin-Aikikai (Welt Hauptquartier). 1957 veröffentlichte er sein erstes Fachbuch und reiste 1964 nach Europa und Amerika, um das Aikido seines Vaters zu verbreiten. Ueshiba, Kisshomaru erhielt am 23.03.1987 das „Blaue Ordensband der Japanischen Regierung“ für seine vielen Verdienste. – Ein bekanntes Zitat von Ihm: „Schwert-schwingend greift er an, … doch ich, … ich stehe schon hinter ihm.“
Ueshiba, Morihei:
Begründer des Aikido, O <Sensei> Geb. am 14.12.1883 in Japan als Sohn des Ueshiba, Yoroku und der Ueshiba, Yuki. Er lernte über 50 Jahre Aikido und gab seine Kunst und Philosophie an viele Schüler auf der ganzen Welt weiter. O Sensei Ueshiba studierte die folgenden Kampfkünste: Ab 1901: Tenjin-Dhin’yo-Ryu Ju-Jutsu bei Meister Tozawa. Von 1903–1908: Gota-ha-yagyu-Shingan-Ryu bei Meister Nakai. Ab 1911: Judo bei Meister Takeda, Sokaku Er erhielt das Kyoju-Dairi-Zertifikat am 15.09.1922 für seine vielen Verdienste. O Sensei Ueshiba wurde von der <Omoto-Religion> stark beeinflusst und im Besonderen von Deguchi, Onisaburo, mit dem er viele Jahre zusammen arbeitete. Als Lehrer des Daito-Ryu Aki-Ju-Jutsu von 1931–1942 im Kobukan-<Dojo> benannte er seine Kampfkunst <Aiki Budo>. 1960 erhielt er von der Japanischen Regierung die „Ehrenmedaille am Purpur-roten Ordensband“. O Sensei Ueshiba, Morihei starb am 26.04.1969 im Alter von 86 Jahren. Er erhielt den buddhistischen Namen „Aiki-in Seibu Enyu Daidoshi“
Ueshiba-Ryu Ju-Jutsu:
ursprünglicher Ju-Jutsu des O Sensei Ueshiba, Morihei, praktiziert ca. von 1920–1930.
Uke:
der Geworfene bzw. der (ursprüngliche) Angreifer, der von Nage oder <Tori> geworfen wird. Bedeutet auch: empfangen; derjenige, der eine Technik „erhält“ oder „empfängt“. Und: Abwehrtechnik, Verteidigung.
Uke-dachi:
normale Verteidigungsstellung Bedeutet auch: Gegenangriff.
Uke-gae:
flüssiger aufeinanderfolgende, wechselnde Abwehrtechniken.
Uke-jo:
Nage, der sich gegen einen Stockangriff verteidigt. Bedeutet auch: der erfahrene Lehrer, der sich dem schüler als partner zur Verfügung stellt.
Uke-kime:
Abwehr-Angriff.
Uke-kime-ichijo:
Abwehr (Parade) und entscheidende Angriffstechnik, als zusammengehörende und ineinanderübergehende Einheit.
Ukemi:
Aikido-Element; fallen, Fallschule, Fallübungen. Oberbegriff für alle Formen der Verteidigung durch geschicktes Fallen. Uke vermeidet im Aikido durch angepasstes und automatisiertes (instinktives) Fallen sonst mögliche Verletzungen. Mae-ukemi = Vorwärtsfallen (-rolle), Ushiro-ukemi = Rückwärtsfallen (-rolle), Yoko-ukemi = Seitwärtsfallen.
Uke-tachi:
Nage, der sich gegen einen Schwertangriff verteidigt. Bedeutet auch: der erfahrene Lehrer, der sich dem Schüler als Partner zur Verfügung stellt.
Uke-te:
Wörtlich „verteidigende Hand“; Verteidiger.
Uke-waza:
Gruppe sämtlicher Abwehrtechniken.
Uki:
schweben, flattern, schwimmen, gleiten.
Undo:
Übung, Bewegung Körperertüchtigung durch sportliches Training.
Undo-fuku:
Sportanzug.
Undo-ka:
Sportler, Sport-Ausübender.
Undo-kai:
Sportfest.
Unsoku:
Beinbewegung <Shintai>.
Ura:
Rückseite (im Gegensatz zu „Omote“ = Vorderseite). Bedeutet auch: entgegengesetzt, verkehrt, verdreht, umgekehrt. <Gyaku>. Und: das negative, äußere Ausweichen durch Anwendung der Körperdrehung <Tai-sabaki>, um eine Technik einzuleiten oder auszuführen. <Tenkan>.
Ura-ken:
umgekehrte Faust, Faustrücken.
Ura-waza:
Gruppe von Techniken, bei denen Uke von hinten angreift.
Ushiro:
rückwärts, hinten, nach hinten.
Ushiro-ashi:
hinteres Bein.
Ushiro-eri:
hintere Kragen, Revers.
Ushiro-eri-dori:
Angriffsart; Griff von hinten in den Kragen.
Ushiro-harai:
Fegebewegung mit dem Jo (-Stab), nach hinten.
Ushiro-hiji-dori:
Angriffsart; Erfassen beider Ellenbogen von hinten.
Ushiro-hiki-otoshi:
sinken, fallen nach hinten.
Ushiro-kakae-dori:
Angriffsart; Uke greift mit einer Hand von hinten in den Kragen von Nage <Ushiro-eri-dori>.
Ushiro-katate-dori-kubi-shime:
Angriffsart; Griff einer hand und würgen von hinten.
Ushiro-kubi-shime:
Angriffsart; würgen von hinten.
Ushiro-kubi-shime/Yokomen-uchi:
Doppelangriff; würgen und schräger Schlag von hinten.
Ushiro-ryo-kata-dori:
Angriffsart; Griff beider Hände von hinten an die Schultern.
Ushiro-ryo-sode-dori:
Angriffsart; Uke ergreift von hinten mit beiden Händen beide Ärmel von Nage.
Ushiro-ryo-te-dori:
Angriffsart; Griff beider Hände von hinten.
Ushiro-tekubi-dori:
Angriffsart; Griff beider handgelenke von hinten.
Ushiro-ukemi:
Aikido-Element; Rückwärtsfallen (-rollen). <Koho-tento-undo> und <Ukemi>.
Ushiro-waza:
Gruppe sämtlicher Angriffstechniken von rückwerts.
Utsuri:
wechseln, ändern, überwechseln, fortbewegen.
Uwagi:
jap. Kleidungsstück, Jacke.
Uye:
aufwärts, nach oben. <Age>.

W

Wa:
Einklang, Übereinstimmung, Harmonie und Friede (als Hochziel des Aikido). Begriffsaufteilung auch in „Ju“ = geschmeidig und ohne Wiederstand, wie im Ju-Jutsu und Judo, sowie in „Ai“ = Harmonie, wie im Aiki-Jutsu und Aikido.
Wago
(suru): übereinstimmen, harmonieren. Prinzip des Aikido.
Wa-Jutsu:
Techniken der Übereinstimmung, der Harmonie und der Koordination. Bedeutet auch: beide Partner bewegen sich in gegenseitiger Übereinstimmung.
Waka Sensei:
junger Lehrer, Sohn eines Meisters.
Waki:
Achselhöle. Bedeutet auch: Seite.
Waki-kamae:
seitliche Stellung. Bedeutet auch: eine Garde (Leibwache), bewaffnet mit Stock oder Schwert, bei der die Langwaffe hinter dem Körper versteckt (gehalten oder getragen) wird.
Waki-otoshi:
Körperwurf mit Hebelwirkung (im Judo).
Wakizashi:
kurzes Schwert. <Shoto>.
Waza:
Oberbegriff und Gruppe von Techniken. Technik, Kunst, Gattung. Bedeutet auch: Schlagform.
Wischnewski, Gerd:
deutscher Aikido-Pionier (3. Dan-Aikido, 2. Dan-Judo, 2. Dan-Kendo und 1. Dan-Karate); wurde in Japan „Der Samurai mit den blauen Augen“ genannt. Er war von 1963 bie 1965 direkter Schüler des Aikido-begründers O Sensei Ueshiba, Morihei und wurde vom Deutschen Judo-Bund e. V. im Jahre 1966 als Bundestrainer für die jungen Sektionen Aikido und Kendo in Deutschland prägend beeinflußt und engagiert gefördert. 1968 schrieb er unter dem Tietel „Aikido – Modernste jap. Selbstverteidigung“ das erste deutschsprachige Lehrbuch. Für seine idealistische und erfolgreiche Arbeit wurde er von vielen Verbänden und Vereinen geehrt. 1971 mußte Wischnewski seine Ämter aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung stellen und zog sich später ganz vom Budo zurück.
Wu-hsing
(chin.): Nichtbewußtsein, Zustand aus der Zen-Philosophie.
Wu-nien
(chin.): Nichtgedanken, Zustand aus der Zen-Philosophie.
Wu-wei
(chin.): Nichtdenken, Nichthandeln, Nichtgreifen. Das Streben nach dem nichts; bedeutet aber keinesfalls Trägheit oder Passivität, sondern die Aufgabe des Verlangens nach unwirklichen Dingen. Jap. = <Hishiryo>.

Y

Yabusame:
alt-jap. Bogenschießen auf einem galoppierenden Pferd, auf feststehende Zeile entlang eines Parcours.
Yaku-soku-geiko:
Übungsform; Studium durch Bewegung. Schnelles, gegenseitiges Werfen ohne Wiederstand. Bedeutet auch. Training zwischen Partnern, nach Vereinbarung, die ihren Wiederstand vorher nicht ankündigen.
Yame:
(Zeit-) Ende, stoppen eines Budo-Kampfes. Beudet auch: Kommando am Ende einer kata-Vorführung.
Yang
(chin.): das mänliche Prinzip, hell und aktiv.
Yari:
Speer, Wurfspeer, Lanze.
Yari-Jutsu:
die Kunst (-griffe) mit dem Speer umzugehen.
Yari-yubu:
Speerkampf-Disziplin.
Yasumu:
Pause, sich ausruhen.
Yawara:
ältere Bezeichnung für <Jiu-Jitsu>. Veraltetes, antikes System des jap. Zweikampfes.
Yin
(chin.) : das weibliche Prinzip, dunkel und passiv.
Yin und Yang:
(chin.): asiatisches Zeichen und Symbol als Sinnbild der Gegensätze im Universum. Feuer und Wasser, Himmel und Erde, Mann und Frau, stark und schwach, schwarz und weiß. Die Gegensätze durchdringen sich und bilden – auf höherer (Erkenntnis-) Ebene – eine neue Einheit. So verschmelzen auch Angreifer und Verteidiger im Aikido zur Einheit; die ursprünglichen Gegensätze sind gleichsam aufgehoben. Das mächtige, empfangende, weibliche und stoffliche Prinzip (Yi) einerseits und das lichtvolle, schöpferische, männliche, geistige Prinzip (Yang) anderseits, sind die ursprünglichen, kosmischen Urkräfte, die in der Vorstellung fast aller Völker Asiens vorhanden sind. Diese Begriffe der chin. Philosophie können bis in das 5. Jahrhundert v. Chr. Als kosmologische Prinzipien zurückverfolgt werden.
Yoi:
vorbereiten, preparieren, fertig machen (zum Kampf oder zur Übung).
Yoki:
das Kultivieren der vitalen Energie.
Yoko:
seitlich, Seite, von der Flanke kommen.
Yoko-kubi-shime:
Angriffsart; würgen von der Seite.
Yoko-men:
Gesichts- oder Kopf-Seite. Man unterscheidet: Hidari- und Migi-yoko-men (linke oder rechte Gesichts bzw. Kopf-Seite).
Yoko-men-uchi:
Angriff durch seitlichen Schlag auf Gesicht oder Kopf; schräger Schlag von vorne, mit der flachen Hand, Handkante oder Waffe.
Yoko-ukemi:
Aikido-Element; Seitwärtsfallen <Ukemi>.
Yoku/Yuki:
die tugend der Tapferkeit.
Yon-Dan:
4. Meistergrad, schwarzer Gürtel.
Yon-kyo:
vierte Bewegung, vierte Technik. 4. Aikido-Verteidigungstechnik am Boden (<Katame-waza>) Armpreßdrehhebel-Haltegriff <Tekubi-osae>.
Yoru:
sich etwas näher kommen, heranrücken.
Yoseikan Aikido:
Aikidoschule des Mochizuki, Minoru.
Yoseki:
<Joseki>.
Yoshi:
Aufforderung „kämpft“, „weiter-machen!“.
Yoshimitsu, Minamoto:
Ahnherr und Begründer der Aiki-Kampfkunst im 12. Jahrhundert; General, Fechtmeister und Shinto-Theologe. Sohn Yoshikyo, der das Kampfsystem seines Vaters weiterentwickelte (durch die aufnahme von Abwehrtechniken gegen Schwertangriffe), änderte seinen Namen in <Takeda> und benannte seine Schule Takeda-Ryu Aiki-no-Jutsu.
Yoshinkan Aikido:
im Jahre 1955 entwickelter und noch heute in Japan praktizierter Aikido-Stil von <Shioda, Gozo> 9. Dan-Aikido. Der Anfänger lernt zuerst viele Kata-ähnliche Techniken. Die „Internationale Yoshinkai-Aikido-Federation“ wurde 1990 gegründet.
Yubi:
Finger.
Yudachi:
Dan-Träger (Meister) der Budo-Disziplinen. <Mudansha> und <Yudansha>.
Yudansha:
Träger des schwarzen Gürtels, Budo-Meister.
Yuen:
weich, sanft. <Ju>.
Yuka:
Polster, Klötzer; auf denen die Tatami gelagert werden
Yukata:
jap. Kleidungsstück, hauskleid, Kittel.
Yukoku-no-shi:
edeler Wächter der Nation; anderer Name für <Samurai>.
Yusai:
von O Sensei Ueshiba, Morihei um 1920 praktizierte Meditations-Methode der <Omoto-Religion>.
Yuzan, Daidoji:
japanischer Stratege, Fechtmeister und Buchautor. Lebte von 1639 bis 1730 und verfasste die „Budo Shoshin-shu“ (die Grundlektionen über das <Bushido>), die in 44 Kapiteln dem jungen Samurai in der Weise einer väterlichen Ermahnung die Basis des rechten Denkens für den „höchsten Stand unter dem Himmel“ beschrieben.

Z

Za:
Sitz, Platz.
Za-fu:
jap. Meditationskissen.
Za-ho:
Konzentrationssitz <Za-rei>.
Zaidan-hojin-Aikikai:
Stiftung des <Aiki-kai>, gegründet am 8.2.1948, als legale, sog. „juristische Person“ (Firma) des Aikido-Hombu-Dojo, also des Welt-Aikido-Hauptquartiers in Tokio, Japan.
Zan-shin:
Vorstellung, Abschluß (z.B. einer <Kata>).Bedeutet auch: „nach erfolgreichem Angriff wird der Kampfgeist bewahrt“, oder: geistige Vorbereitung (entspannte Wachsamkeit, eine Form des „6. Sinnes“; Aufmerksamkeit und Konzentration in der Kontrolle des Angreifers nach Ausführung einer verteidigungstechnik, durch ununterbrochenen <Ki>-Fluß. Dadurch Erhaltung der bereitschaft, einen neuen Angriff sofort aufzunehmen.
Za-rei:
Verbeugung; zeremonieller, ritualer Gruß im Sitzen (Knien) aus dem <Tai-za>-sitz. Im Gegensatz zu Ritsu-rei = Verbeugung im Stehen.
Za-zen:
in der Zen-Meditation und in den Budo-Disziplinen üblicher Konzentrations-Sitz (im Sitzen geübte Versenkung). Bei dem beide Beine vorne übereinander geschlagen werden. Zen-Sitz zur inneren Sammlung; „sitzender Zen“.
Zempaku:
Unterarm.
Zempo-kaiten:
nach vorne rollen, Überschlag <Chuga-eri>.
Zen:
„Versenkung“, die zur inneren Sammlung, Erleuchtung (<Satori>) und Erlösung führen soll. Meditationsübung, Ablehnung rationaler Spekulation oder des „täglichen Bewusstseins“. Kam 520 n. Chr. Von Indien nach China und von dort nach Japan. Wurde buddhistische Glaubensrichtung und Rückrad der jap. Kultur. Aufhebung des Ich-Begriffes und Weg zu dem All-Einen. Alle Gebiete des jap. Geisteslebens und die jap. Lebensauffassung werden noch heute vom Geist des Zen durchdrungen, der auch die geistige und philosophische Grundlage der meister Budo-Disziplinen bildet.
Zendo:
wörtlich „Zen-Halle“ (in Klöstern); entlegene Stätte der buddhistischen Meditation, in der u. a. <Za-zen> geübt wird.
Zengo:
fließende Bewegungen nach vorne und nach hinten.
Zori:
jap. Reisstroh-Sandale, Slipper. Meist geflochten, mit gekreuzten Bändern oder großem Zehenband.
Zubon:
jap. Kleidungsstück; Hose, Beinkleid (<Hakama>).

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